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Im Universitätslädchen kam mir beim Betrachten
der Schinken schneidenden Verkäuferin die Idee: Eine
Wurstschneidemaschine sollte ich zum Nierenschneiden verwenden. So kam
es, dass eine ‚Rotationsschneidemaschine‘, wie ich sie im
Investitionsantrag nannte, zur ersten Plastinationsinvestition wurde.
Zur Einbettung der Nierenscheiben verwendete ich flüssiges Plexiglas.
Die beim Einrühren des Härters eingeschleusten Luftblasen mussten im
Vakuum extrahiert werden. Die
Betrachtung dieser Blasen führte nun zur entscheidenden Idee: Ein mit
Aceton durchtränktes Nierenstück sollte sich doch unter
Vakuumbedingungen mit Kunststoff imprägnieren lassen, und zwar durch
Extraktion des Acetons in Form von Blasen, wie zuvor beim Entlüften.
Beim Versuch traten in der Tat reichlich Acetonblasen aus dem Präparat
heraus, aber nach einer Stunde war das Nierenstück kohlrabenschwarz und
geschrumpft. Die meisten hätten wohl das Versuchsergebnis als
untauglich verworfen. Nur weil ich von
meinem physikalisch-chemischen Basiswissen her wusste, dass die
Schwarzfärbung auf den Lichtbrechungsindex des Plexiglases und die
Schrumpfung auf zu schnelles Imprägnieren zurückzuführen waren,
wiederholte ich eine Woche später das Experiment mit flüssigem
Silikonkautschuk. Ich imprägnierte langsam und, um die vorzeitige
Härtung des Silikonbades samt inliegender Präparate zu vermeiden, in
drei Silikonbädern nacheinander. Nach der Härtung im Wärmeofen hatte
ich das erste vorzeigbare Plastinat in der Hand. Das war am 10. Januar 1977 – dem Tag, an dem ich mich entschied, die Plastination in den Mittelpunkt meines Lebens zu stellen.“
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