Anatomiegeschichte

Der erste Teil des PLASTINARIUM widmet sich den Anfängen der Anatomie.
Er zeigt u.a. auf, welch revolutionäre Bedeutung die Anatomie für den medizinischen Fortschritt hatte und wie sie durch Renaissancekünstler wie Leonardo da Vinci richtungweisend beeinflusst wurde. Er veröffentlichte in einem umfassenden Bildatlas wirklichkeitsgetreue Anatomie und popularisierte die Anatomie durch öffentliche Sektionen - wie dies auch Gunther von Hagens im Jahr 2002 in London getan hat.
Die Anatomie ist die älteste naturwissenschaftliche Disziplin der Medizin.
Didaktisch aufbereitete Vitrinen und Schautafeln informieren über die Geschichte der Anatomie von ihren Anfängen bis heute.

In diesem Bereich erfahren Sie auch mehr über die Geschichte der Konservierungstechniken. Ziel der Konservierung ist das dauerhafte Erhalten und Aufbewahren von fixierten Präparaten.

Die bekannteste und bereits um 1900 in den meisten anatomischen Instituten angewandte Methode ist die Fixierung mittels Formalin und die Konservierung in Alkohol. Solche Nasspräparate verlieren jedoch ihre Farbe und trocknen schnell aus. Die älteste Konservierungsmethode ist die langsame Trocknung. 1927 wurde die Durchtränkung mit Paraffin als Methode zur Herstellung besserer Trockenpräparate eingeführt. Die Einbettung von Präparaten in transparente Gießharzblöcke (Blockeinbettung) wurde in den fünfziger Jahren entwickelt.

Sie sehen am Beispiel von acht Pferdeköpfen die Methoden der Trockenkonservierung im Vergleich, angefangen von dem in Wasser getrockneten Präparat, über das Paraffinpräparat, der Blockeinbettung bis hin zum Silikonplastinat.

Das Verfahren der Plastination wurde von Dr. Gunther von Hagens 1977 am Anatomischen Institut der Universität Heidelberg erfunden, in den Jahren 1977-82 patentiert und seither kontinuierlich weiterentwickelt. Die ersten Versuche aus dieser Zeit sehen sie auch in diesem Bereich.

Heute markiert Gunther von Hagens’ Erfindung der Plastination den bisherigen Höhepunkt in der anatomischen Präparation und Konservierung.