Historie

23.04.2010

Gunther von Hagens´ PLASTINARIUM in Guben nach Neukonzeption und Umbau wieder geöffnet!

28.11.2008

Das PLASTINARIUM in Guben wird modernisiert: Ab 1. Januar 2009 vorübergehend geschlossen

Mai 2008
Der 25 MILLIONSTE BESUCHER BEI DEN KÖRPERWELTEN
 21.04.2008Offener Brief an die Staatsanwaltschaft Heidelberg
 16.04.2008
Keine Scheinselbstständigkeit
 18.02.2008
Präparate der KÖRPERWELTEN-Austellungen stammen aus dem deutschen Körperspenderprogramm

  5.2.2008

Erklärung zum Verkauf menschlicher Plastinate
15.11.2007
Ein Jahr nach Eröffnung: Punktsieg für das Gubener PLASTINARIUM
 3.9.2007

Einladung Körperspender-Treffen im PLASTINARIUM in Guben - PLASTINARIUM als öffentliches Museum anerkannt

3.8.2007

Plastinator Gunther von Hagens packt in China ein und in Guben aus
27.7.2007Freispruch für Gunther von Hagens
18.6.2007Gubener PLASTINARIUM wird von polnischen Bürgern geschätzt
 27.4.2007„Polnische Wochenenden“: Kostenloser Eintritt für polnische Bürger
1.3.2007
Ethikkommission stellt Körperspendeprogramm gute Noten aus
 23.2.2007Das PLASTINARIUM etabliert sich als attraktiver Partner des Gubener Tourismus
 14.11.2006Zwei Symbole des Kalten Krieges im neuen Bond-Film „Casino Royale“
 7.11.2006

Einladung zur ERÖFFNUNG und PRESSEKONFERENZ – Das  PLASTINARIUM in Guben Der Blick hinter die Kulissen der KÖRPERWELTEN
 31.10.2006

Gunther von Hagens: „Posieren mit Schädel ist keine Leichenschändung“ – Freier Eintritt ins Plastinarium in Guben für alle Bundeswehrsoldaten

18.10.2006Das PLASTINARIUM – Der Blick hinter die Kulissen der KÖRPERWELTEN
27.4.2006


Plastinator Gunther von Hagens zur Entscheidung
der Gubener Stadtverordneten, das Rathaus an ihn zu verkaufen:
Trauern ohne Sorge dank Gubener Plastinate

20.4.2006

Gubener Bevölkerung mit überwältigender Mehrheit für die Ansiedlung eines Plastinationsinstituts
6.12.2005

Offener Brief an die Stadtverordneten der Stadtverwaltung Guben – Zur Entwicklung, den Plänen und Diskussionen um ein Plastinationsinstitut in Guben
29.11.2005

Verwaltungsgerichtshof bestätigt Ausstellung KÖRPERWELTEN: keine Genehmigung erforderlich

Weitere Pressemeldungen rund um die KÖRPERWELTEN sowie Meldungen und Statements des Instituts für Plastination finden Sie auf den KÖRPERWELTEN-Internetseiten unter Pressemeldungen & Statements.



Gunther von Hagens´ PLASTINARIUM
in Guben nach Neukonzeption und Umbau wieder geöffnet!

Guben, 22. April 2010 - Es ist soweit! Gunther von Hagens´ weltweit einmaliges PLASTINARIUM öffnet am 28. Mai 2010 erneut seine Pforten. Nach aufwendigem Umbau wurde jetzt auf 3.000 Quadratmetern ein Anatomisches Kompetenzzentrum geschaffen, das in seiner didaktischen Stärke einzigartig ist. Mittlerweile beschäftigt die Gubener Plastinate GmbH, deren Aushängeschild das PLASTINARIUM ist, 200 Mitarbeiter. Gut 100.000 Besucher aus 45 Ländern besuchten das PLASTINARIUM zwischen November 2006 und Dezember 2008. Sie trugen mit ihren Anregungen wesentlich zur jetzigen Neukonzeption des PLASTINARIUMS als „Anatomisches Kompetenzzentrum" bei.

Im wiedereröffneten PLASTINARIUM wird die Demokratisierung der Anatomie verwirklicht, indem es jedem Besucher das Lernen und Lehren an echten anatomischen Präparaten ermöglicht wird, hierzu sind die in Guben gefertigten Ganzkörper- und Scheibenplastinate besonders geeignet.

Die ehemalige Präparationswerkstatt wird in eine Lernwerkstatt umgewandelt und bietet Ärzten, Studenten, Heilberuflern und medizintechnischen Unternehmen anhand plastinierter Unikate, sowie ausgewählten Modellen und Tafeln praxisnahe Ausbildungs- und Forschungsmöglichkeiten auf hohem Niveau. Auch dem medizinischen Laien wird in persönlichen Gruppen-Führungen durch erfahrene Mitarbeiter ein Einblick in die Komplexität der Anatomie des Körpers gewährt. Außerdem werden künftig Plastinationskurse und Anatomische Darstellungskurse unter der Leitung von Gunther von Hagens angeboten.

Im PLASTINARIUM kann man Räumlichkeiten für Präparations- und Operationskurse buchen. So leistet das PLASTINARIUM einen wichtigen Beitrag zur anatomischen Fachausbildung. Als anatomisches Lehr- und Lernzentrum präsentiert es sich in drei hintereinander liegenden Bereichen: Die Anatomie- und Konservierungsgeschichte, die große Lehr- und Lernwerkstatt und schließlich der Schau- und Verkaufsraum. Dort startet mit der Wiedereröffnung der Verkauf von Silikon- und Scheibenplastinaten. Verkaufsbeschränkte menschliche Plastinate sind nur für qualifizierte Nutzer wie Ärzte, Professoren, Lehrinstitutionen, Krankenhäuser etc. bestimmt. Käufer verkaufsbeschränkter tierischer Plastinate, wie Elefant oder Nashorn, haben spezielle Verwendungsbestimmungen zu beachten. Preislich liegen die Plastinate oder perfekte Kopien davon zwischen 80 und 15.000 Euro pro Präparat. So kostet etwa eine menschliche Unterschenkel-Scheibe 80 Euro, eine Kopfscheibe bis zu 1.500 Euro und eine frontale Ganzkörperscheibe etwa 11.000 Euro. Des Weiteren werden Körperglasscheiben von Pferdehuf (125 Euro), Elefanten, Giraffen und anderen Tieren angeboten.

Besucher können nach vorheriger Anmeldung das PLASTINARIUM in unterschiedlicher Weise kennen lernen. Die Anmeldung erfolgt telefonisch, persönlich oder im Internet unter info@plastinarium.de. Spontan-Besucher haben vor Ort die Möglichkeit, sich bei freien Kapazitäten einer der Führungen anzuschließen.

Angebotspalette des PLASTINARIUMS:

1. Führungen durch das PLASTINARIUM/Anatomische Kompetenzzentrum

Diese Führung ist ein Rundgang durch drei Bereiche des PLASTINARIUMS. Dem Besucher wird dabei als Erstes die Geschichte der Anatomie, der Konservierungstechniken und der Plastination kennen lernen. Danach geht es in den eigentlichen Lern- und Lehrbereich, der sich in fünf didaktisch aufbereitete Stationen unterteilt. Diese sind mit echten Plastinaten und themenspezifischen Unterrichtsmaterialien ausgestattet und gewähren dem Besucher detailliertes Wissen vom Bewegungsapparat, Herz-Kreislauf-System, Verdauungstrakt, Nervensystem und vom Urogenitalsystem. Neues Highlight: Mit dem Besuch des Schau- und Verkaufsraums endet der Rundgang.

Veranstaltung: Montag bis Sonntag nach Anmeldung
Dauer: rund 2 Stunden, 10-20 Teilnehmer
Preise: Erwachsene 15,00 Euro
Gruppen (ab 15 Pers.) 11,00 Euro je Teilnehmer
Kinder & Jugendliche (bis 18 J.), Schüler, Studenten, Zivis, Rentner, Gubener Bürger und ermäßigte Personen 11,00 Euro

2. Kurse

Um eine qualitativ hochwertige Bildung zu unterstützen, werden künftig regelmäßig Plastinationskurse und Anatomische Darstellungskurse unter der Leitung von Dr. med. Gunther von Hagens angeboten:

Im Plastinationskurs erlernen die Teilnehmer in einem mehrtägigen Workshop die Konservierungstechnik der Plastination. Dabei erlernt er, begleitet von erfahrenen Mitarbeitern, die einzelnen Plastinationsschritte in einer dafür erbauten Lernwerkstatt.

Im Anatomischen Darstellungskurs erwirbt der Teilnehmer theoretisches Wissen über die Anatomie und wendet dieses zur Vertiefung in der Praxis an. Der Kurs gibt einen Überblick über die Grundstrukturen des Körpers. Die in der Theorie erlernten anatomischen Strukturen werden im praktischen Teil des Kurses geübt.

3. Nutzung als Schulungs- und Kongresszentrum

Die zu mietenden Räumlichkeiten unterteilen sich in Seminarräume (bis 30 Personen), die Lernwerkstatt und den Präparationssaal. Lehr- und Lernmaterialien werden als Plastinate, Fachbücher, Modelle, Schautafeln und moderne Medien (Internet-Anschluss, Beamer, Whiteboards, etc.) zur Verfügung gestellt. Der Präparationssaal kann sowohl für Präparations- als auch Operationskurse genutzt werden. Preise auf Anfrage.

4. Sonderveranstaltungen

Auf Anfrage werden auch besondere Events wie eine Hochzeit im Ambiente des PLASTINARIUMS für Medizinerbräute oder auch Mitternachts-Führungen angeboten. Die Räumlichkeiten des PLASTINARIUMS mit anatomischem Ambiente können aber auch für Festlichkeiten jeglicher Art wie Jugendweihen, Jubiläen, Kleinkongresse oder Kurse jeglicher Art angemietet werden. Preise auf Anfrage.

Das PLASTINARIUM Guben hat ab 28. Mai 2010 täglich von 10-18 Uhr (letzter Einlass 16 Uhr) geöffnet!

Kontakt:

Pressestelle Gubener Plastinate GmbH
Alte Poststraße 26
03172 Guben
Tel.: 03561-5474197
E-Mail: info@plastinarium.de
www.plastinarium.de

zurück


Das PLASTINARIUM in Guben wird modernisiert:
Ab 1. Januar 2009 vorübergehend geschlossen.

Wiedereröffnung im Frühjahr 2010

Mehr als 100.000 Menschen haben das Plastinarium seit Eröffnung im November 2006 besucht, darunter Mediziner und Interessierte aus 45 Ländern. Das Plastinarium hat sich damit als Lehreinrichtung weltweit etabliert. Um seine Spitzenposition als einzigartige Bildungsinstitution auszubauen, wird das Plastinarium in den nächsten Monaten umstrukturiert und ab Januar 2009 für die Öffentlichkeit vorübergehend geschlossen.

Als modernisiertes anatomisches Bildungszentrum wird es im Mai 2010 wieder eröffnet. Die bisherigen Bereiche Anatomiegeschichte und Präparationstechniken werden interaktiver gestaltet werden. Neu hinzu kommt ein Verkaufsschauraum für anatomische Präparate.
Schülern, medizinischen Heilberuflern, Ärzten und medizintechnischen Unternehmen werden praxisnahe Ausbildungs- und Forschungsmöglichkeiten auf unterschiedlichem Niveau angeboten werden, zum Beispiel Operationstraining für Ärzte oder Prothesenentwicklung für Patienten.

Die Herstellung von Plastinaten für Lehr- und Lehrinstitutionen in aller Welt wird auch weiterhin Hauptaufgabe des Plastinariums sein.

Ab 10. Januar 2009 KÖRPERWELTEN in Heidelberg

Während der Zeit der Umstrukturierung können Anatomie-Interessierte die neu konzipierte Ausstellung mit dem Titel „KÖRPERWELTEN & Der Zyklus des Lebens“ besuchen, die vom 10. Januar bis zum 26. April 2009 in Heidelberg gastiert. Anschließend wird sie in weiteren Städten im deutschsprachigen Raum gezeigt.

Plastinarium Online


Noch 2009 wird eine Bilddatenbank mit den besten Plastinaten ins Internet gestellt und dort im virtuellen Gubener Plastinarium zu sehen sein. Diese Bilddatenbank wird dann Schritt für Schritt zur Online-Lernplattform ausgebaut. Mit dieser anatomischen Online-Lernplattform will Gunther von Hagens weiter dazu beitragen, Guben als Gesundheitsstadt zu etablieren.

Bis Ende des Jahres ist das Plastinarium jede Woche von Freitag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 geöffnet!

28.11.08
Pressestelle Gubener Plastinate GmbH
Alte Poststraße 26
03172 Guben
www.plastinarium.de

zurück 


Der 25 MILLIONSTE BESUCHER BEI DEN KÖRPERWELTEN

Heidelberg, Mai 2008

In dieser Woche begrüßen Gunther von Hagens' KÖRPERWELTEN ihren 25-millionsten Besucher in Los Angeles, in Milwaukee, in Baltimore oder im englischen Manchester. Diese Zahl markiert eine Sternstunde in der Geschichte der Museumsaustellungen.

Seit Gunther von Hagens im Jahre 1996 die ersten KÖRPERWELTEN im Tokio National Science Museum in Japan präsentierte, haben die inzwischen vier KÖRPERWELTEN-Ausstellungen bei Besuchern in 45 Städten in 11 Ländern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.
Die KÖRPERWELTEN-Ausstellungen gelten inzwischen als neue Museumserfahrung und haben den plastinierten Körper zu einem Bestandteil von Museumskultur zeitgenössischen Bewusstseins gemacht. Auch ist es der Ausstellung gelungen, unser Verständnis von Empfängnis und Tod zu verändern, indem sie die Besucher zu tiefem Nachdenken über religiöse und philosophische Fragen angeregt hat.

Jeff Rudolph, Präsident des California Science Center, Los Angeles, und selbst Körperspender: “Die Ausstellungen haben uns nicht nur mehr und anderes Publikum beschert … sondern auch unseren Ruf als Bildungseinrichtung im naturwissenschaftlichen Bereich gestärkt”.

Wissenschaftler aus den Vereinigten Staaten, die 70.000 Besucherkommentare auswerteten, schreiben 2007 im Journal of Medical Humanities*: “Die Ausstellung ist für viele Besucher, darunter Laien und solche mit medizinischem Fachwissen, in starkem Maße eine Art Meditationsraum, in dem sie zur Reflektion über ihre eigene persönliche und gesellschaftliche Identität, zu ihrer Beziehung zum Universum oder zu Gott sowie über Sinn und Zweck des Lebens angeregt werden ... Die Gästebücher der Ausstellung spiegeln häufig die sozialen, politischen und ideologischen Streitfragen unserer Gesellschaft wider, werden so zu einer Art fortwährender Diskussion der besonders strittigen Punkte und bilden eine Art Mikrokosmos der kulturellen Grabenkämpfe, die derzeit in der Gesellschaft insgesamt ausgefochten werden.”

Gunther von Hagens, Grenzgänger und intellektueller Abenteurer der Art, wie sie die Menschheit manchmal braucht, der 2006 vom Museum of Science & Industry in Chicago als ein “Leonardo da Vinci unserer Zeit” ausgezeichnet wurde, dienen die Ausstellungen menschlicher Selbsterkenntnis: “Das anatomische Interesse der Laien war bisher auf das Körperäußere beschränkt. Das darunter liegende Körperinnere war eher unbekannt und ängstigte, wenn es bei Herzinfarkt, Meniskusschaden und Darmkrebs versagte. Nach 25 Millionen Besuchern der KÖRPERWELTEN-Ausstellungen hat sich eine neue anatomische Wertschätzung des Körpers entwickelt und wurde zur Basis bewusster Gesundheitsvorsorge: Umfrageergebnisse belegen, dass 9% der Besucher nach dem Ausstellungsbesucher weniger oder nicht mehr Rauchen und 50% mehr Sport treiben. Damit hat die Ausstellung KÖRPERWELTEN

Anatomie lebendig, weil massentauglich gemacht.”

14. Mai 2008
Pressestelle
Institut für Plastination
hd.pressoffice(at)plastination.com


* Charleen M. Moore and C. Mackenzie Brown, Experiencing Body Worlds : Voyeurism, Education, or Enlightenment?, Journal of Medical Humanities, 2007, Vol. 28, Nr. 4

zurück



Offener Brief an die Staatsanwaltschaft Heidelberg 

 An die
Staatsanwaltschaft
Kurfürsten-Anlage 23
69115 Heidelberg
 
 
Protestnote Chinesischer Mitarbeiter des Plastinariums


Sehr geehrte Staatsanwaltschaft,

Entsprechend dem Beschluss des Amtsgerichts Heidelberg vom 21.02.2008 leiteten Sie als Staatsanwaltschaft Heidelberg am Mittwoch vergangener Woche die Überprüfung von Büros und Plastinationsräumlichkeiten des Instituts für Plastination in Heidelberg und der Gubener Plastinate GmbH in Guben sowie die Überprüfung der ordnungsmäßigen Beschäftigung polnischer Mitarbeiter. Den Ihnen offenbar unterstellten Einsatzkräften der Zollbehörden wurden durch unsere Mitarbeiter Einsicht in sämtliche Personalunterlagen gewährt, die belegen, dass keine illegalen Beschäftigungsverhältnisse bestanden oder bestehen. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass sich in Guben wie auch in Heidelberg der behördliche Verdacht der Scheinselbstständigkeit polnischer Selbstständiger in Luft auflösen wird.
 
Bei der Überprüfung in den Büroräumen war das Auftreten Ihrer Beamten gegenüber den deutschen Mitarbeitern von Höflichkeit und Respekt geprägt. Im Gegensatz dazu legten Ihre Beamten den polnischen Selbstständigen gegenüber jedoch einen ausgesprochen ruppigen Ton an den Tag und schüchterten diese durch Suggestivfragen ein. Ein im Villenbereich in Guben von der Leine gelassener Schäferhund ohne Maulkorb sorgte für unnötig zusätzlichen Stress.

Als nicht akzeptabel in Ton und Durchführung gestaltete sich die arbeitsrechtliche "Überprüfung" der chinesischen Mitarbeiter, die sich öffentlich angeprangert fühlen. Dies ist auch der Kernpunkt meines Schreibens. Die chinesischen Mitarbeiter fertigten dazu eine Protestnote, die ich Ihnen hiermit öffentlich zustelle. Wie Sie daraus ersehen können, bestehen die chinesischen Spezialisten auf einer Entschuldigung für das demütigende Vorgehen der Behörde. Die persönliche Beschwerde des Leiters der chinesischen Spezialisten, Herr Li RongZhe, ist diesem Schreiben beigefügt. Bisher ist noch kein chinesischer Mitarbeiter abgereist, auch wurde die Protestnote bisher nicht an den chinesischen Botschafter übermittelt.

Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass ich mich bereits intensiv um die Deeskalation der Emotionen bemüht habe. Besonders hilfreich war dabei das Gespräch mit dem Redaktionsleiter des “Tagesspiegel” in Berlin am Donnerstag (15. 04. 2008) vergangener Woche. Die Protestnote wird zurzeit vom Fachübersetzer ins Deutsche übersetzt. Sie wird Ihnen nach Fertigstellung zugehen.

Dass der Protest der chinesischen Mitarbeiter auch von Gubener Bürgern mitgetragen wird, entnehmen Sie bitte dem mir heute zugegangenen Leserbrief des Gubener Bürgers Herrn Wolfgang Teske, der mich davon überzeugte, in Guben zu investieren (s. Anlage). Er stand am “Weg der Schande”, wie die Chinesen ihre öffentliche Herabwürdigung in Guben bezeichnet haben. 

Für die Richtigkeit

Gunther von Hagens

Heidelberg, Montag, 21. April 2008 

----------------------------------------

Bild:
Text: Chinesische Mitarbeiter beim Besuch des Tagesspiegels am 18.4.2008. - Foto: Kai-Uwe Heinrich
 

Bildlink 1: FAZ online "Verdacht der Schwarzarbeit bei Leichenpräparation" 16. April 2008
Videolink 1: Bild online "Von Hagens im Visier der Zollfahnder" 16. Apil 2008
Videolink 2: Bild online "Razzia bei Dr. Tod – Schwarzarbeit bei Gunther von Hagens?" 16. Apil 2008

http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/04/16/gunther-von-hagens/razzia,geo=4287520.html <http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/04/16/gunther-von-hagens/razzia,geo=4287520.html> Text zum Bild- und Videolink: Zollbeamte mit chinesischen Experten in Guben auf dem “Weg der Schande”. Lesen Sie dazu die Protestnote der chinesischen Mitarbeiter des Plastinariums.

----------------------------------------

Protest gegen entwürdigende Behandlung durch deutsch Zollbeamte (Übersetzung aus dem Englischen)

Wir, die unterzeichnenden 23 chinesischen Bürger und international anerkannten Plastinationsfachleute, erklären unseren Protest. Am Mittwoch, den 16. April 2008, betraten 15 grün uniformierte Zollbeamte ohne gültigen Durchsuchungsbeschluss, Ankündigung oder Erklärung unsere Arbeitshalle im Plastinarium in Guben in Ostdeutschland, ohne ihren Dienstrang oder Namen zu nennen. Einige von uns befürchteten sogar, nunmehr im Gewahrsam des deutschen Geheimdienstes zu sein, der prüfen wollte, ob wir in der Spionage tätig wären.

Unseren Fragen begegnete man mit lautstark geäußerten Befehlen, die wir zunächst überhaupt nicht verstehen konnten. Ungeachtet der ungeheuren emotionalen Belastung gestattete man uns weder, Gunther von Hagens noch einen Dolmetscher hinzuzuziehen. Stattdessen drohte man dem ehrenwerten chinesischen Leiter unserer Gruppe, LiRong Zhe mit Handschellen, sollte er nicht sofort jede Diskussion einstellen und sich wie gewünscht still verhalten.
Was dann folgte, war eine peinliche Vorführung. Wir wurden von uniformierten Deutschen in Gruppen über die Uferstraße in Guben eskortiert, wo die deutschen Medien bereits auf uns warteten. Innerhalb weniger Stunden war unsere Privatsphäre zerstört. Bilder dieses peinlichen Marsches, auf denen unsere Gesichter genau zu erkennen sind, gelangten zusammen mit der Behauptung, wir wären Schwarzarbeiter, praktisch ohne Verzögerung ins Internet und fanden sich später in Zeitungen in aller Welt wieder. Selbst Presseagenturen in Indien und China veröffentlichten Berichte über diese Razzia. Wütende Telefonanrufe unserer Nachbarn und Freunde in China waren die Folge.
Wie wir später erfuhren, kümmerte die uniformierten Zollbeamten weder Menschenwürde noch Menschenrechte. Diese „peinliche Parade durch die Straßen von Guben“ ist entwürdigend für uns. Bislang unterstützt nur die Berliner Tageszeitung „Der Tagesspiegel“ unser Recht, unseren Ruf zu verteidigen. Der „Tagesspiegel“-Chefredakteur Gerd Nowakowski erläuterte uns, dass die Schuld dafür, dass wir nun öffentlich als Schwarzarbeiter und Steuerhinterzieher verdächtigt werden, nicht bei den Medien, sondern bei der deutschen Exekutive zu suchen sei. Die deutschen Medien, so sagte er, können natürlich nur so gut sein, wie die Informationen, die sie erhalten - in unserem Fall von der Zollbehörde.
Soweit uns bekannt ist, gab es in der Geschichte der deutsch-chinesischen Beziehungen bisher noch nie eine vergleichbare herabwürdigende Behandlung einer chinesischen Besuchergruppe durch die deutsche Exekutive. Indem sie uns der öffentlichen Lächerlichkeit preisgegeben haben, machten die für die Razzia Verantwortlichen deutlich, dass sie keinen Respekt vor unseren Menschenrechten haben.
Niemand unter unseren deutschen Kollegen, nicht einmal Gunther von Hagens selbst, konnte uns genau erklären, was „Scheinselbstständigkeit“ - so die offizielle Begründung für die Razzia - eigentlich bedeutet. Ein einziger Anruf beim Landratsamt in Forst hätte innerhalb von Minuten gezeigt, wie lächerlich der Vorwurf der Scheinselbstständigkeit in diesem Fall ist. Inzwischen haben wir erfahren, dass überhaupt nur Rechtsexperten dieses besondere deutsche Gesetz in vollem Umfang verstehen und es damit bestens geeignet ist, Unschuldige öffentlich vorzuführen.

Ebenfalls lächerlich ist, dass wir uns diese Behandlung gefallen lassen mussten, obwohl lediglich ein Durchsuchungsbefehl für polnische Plastinatoren vorlag. Sehen wir vielleicht wie Polen, oder überhaupt wie Europäer aus? Und haben wir nicht ganz deutlich Chinesisch gesprochen, also in unserer Muttersprache? Dieses fremdenfeindliche Klima trägt zu einem Negativimage von Deutschland bei, das abschreckend auf Fachleute aus dem Ausland wirkt. Niemals wurden unsere deutschen Kollegen im chinesischen Dalian einer solchen Behandlung ausgesetzt, und auch in Zukunft haben sie eine solche nicht zu befürchten. Diese öffentliche Anprangerung stellt eine inakzeptable Verletzung unserer Menschenrechte dar und entwürdigt uns als chinesische Fachleute. Wir alle verfügen über gültige Visa, Arbeitserlaubnisse und zahlen selbstverständlich alle anfallenden Steuern. Derzeit befinden wir uns in Gesprächen darüber, ob wir Deutschland aus Protest verlassen wollen. Zunächst werden wir jedoch die deutsche Reaktion auf unsere Beschwerde abwarten.

Wir fordern hiermit von der verantwortlichen deutschen Behörde, nämlich der Staatsanwaltschaft Heidelberg, eine eindeutige Entschuldigung.

Unterzeichnet von:
LiRongZhe, GuoJingYuan, LiYan, XingDeYong, LiuWenMao, YinZhiJIe, LuoXiaoYang, ZhouRui, NanJunJie, LiHuaMan, FanYeXian, GongXiaoLing, SongShiMin, ShaoChangGeng, Chuhang, LiangQIJi, ZhengGuangChen, JinGuangLong, WangChao, SunDeQiang, ZhaoShouLi, ZhaoXia, LiuXiaoFeng

Plastinarium in Guben, Montag, 21. April 2008

-------------------------------------------------------
 
Bericht über die Razzia von LiRhong Zhe, dem fachlichen Leiter der chinesischen Spezialistengruppe in Guben (Übersetzung aus dem Englischen)

LiRong Zhe, fachlicher Leiter der Gruppe. Nachstehend mein Bericht über den Ablauf der Ereignisse vom vergangenen Mittwoch (16. April 2008):

Zuerst hörte ich, wie jemand heftig an die Außentüren des Gebäudes hämmerte, in dem ich arbeite. Ich ging nach draußen und öffnete die Außentür. Davor standen etwa 15 uniformierte Männer, von denen ich weder wusste, woher sie kamen, noch verstand, was sie wollten. Da kein Dolmetscher dabei war, verstand ich kein Wort von dem, was sie sagten. Sie hielten lediglich ein Papier hoch, während sie es filmten, was für uns völlig unverständlich war. Ohne weiteren Kommentar drängten sie dann alle gleichzeitig ins Gebäudeinnere. Als Abteilungsleiter nahm ich mein Telefon heraus, das mir jedoch sofort entrissen wurde. Ich fragte, warum sie mir mein Telefon abgenommen hätten, denn ich wollte doch lediglich einen Anruf machen. Sie riefen, dass Telefonieren nicht erlaubt sei, und forderten mich auf, die zweite Tür zu öffnen. Währenddessen filmte einer der Zollbeamten. Ich erklärte ihm: „Hier dürfen Sie nicht filmen. Ich habe keinen Schlüssel. Wenn Sie hinein wollen, brauchen Sie die Genehmigung meines Chefs. Sie antworteten nicht, sondern donnerten nur gegen die zweite Tür. Als sie in die Werkstatt kamen, wollte ich das Telefon dort auf dem Tisch benutzen, aber ein Zollbeamter hielt mich davon ab. Sie forderten mich auf, mich „auf den Stuhl zu setzen und nicht zu bewegen“. Ich folgte dieser Aufforderung nicht und wollte abermals nach dem Telefon greifen. Ein Zollbeamter hielt mich abermals davon ab, forderte mich auf, mich zu setzen und nicht zu bewegen. Ich argumentierte: „Ich habe kein deutsches Gesetz gebrochen, warum überprüfen Sie mich? Ich denke, der deutsche Zoll ist höflich, warum sind Sie so unhöflich? Sie verletzen meine Menschenrechte." Der Zollbeamte antwortete mir nicht. Einer der anderen Zollbeamten zeigte mir seine Handschellen und machte mir deutlich, dass er das Recht hätte, mich zu verhaften, sollte ich mich ihnen widersetzen. Ich schrie weiter und erklärte, dass ich einen Dolmetscher für Englisch und Deutsch bräuchte. Die übrigen Zollbeamten durchsuchten alles und überprüften unsere Kollegen. Sie forderten mich wieder auf, mich nicht zu bewegen. Dann führten sie mich zur Wohnung, um meinen Reisepass zu holen. Zuerst ließen sie mich nicht in die Wohnung gehen, um meinen Pass zu holen. Dann passierte das Schlimmste: Wir wurden von den uniformierten Deutschen wie Verbrecher die Straße entlang geführt, wo wir von bereits informierten deutschen Medienvertretern gefilmt und fotografiert wurden, die offensichtlich auf uns gewartet hatten. Die in keiner Weise unkenntlich gemachten Bilder wurden in ganz Deutschland verbreitet und stellten uns als Schwarzarbeiter da. Da wir inzwischen wissen, dass der Durchsuchungsbeschluss sich nicht auf Chinesen sondern auf Polen bezog, sieht es ganz so aus, als ob dieses Verhalten absichtlich gegen uns als chinesische Gruppe eingesetzt und inszeniert wurde. Die Deutschen wurden viel höflicher behandelt, was nochmal unterstrich, dass wir absichtlich als minderwertig behandelt wurden.

Ich habe folgende Beschwerden gegenüber der Zollbehörde:
1. Wir sind legal hier, weshalb man uns nicht auf so unhöfliche Weise überprüfen darf. Bevor man uns prüft, soll man uns informieren, um was es bei der Überprüfung geht.
2. Während der Überprüfung sind meine Bürgerrechte zu wahren. Es darf nicht zu Beleidigungen kommen.
3. Nachdem er unsere Reisepässe und Dokumente überprüft hatte, erläuterte uns der Chefredakteur des „Tagesspiegels“ dass der Zoll keine falschen Informationen weitergeben darf, die zu irreparablen Folgeschäden führen könnten.
4. Wenn die Medien schon vorab über eine Razzia informiert werden, so haben sie die moralische Verpflichtung, sie ordnungsgemäß zu informieren, damit eine Verletzung meiner Bürgerrechte vermieden wird.

Ich fordere, dass sich die deutschen Beamten der Exekutive, die für die herabwürdigende Behandlung verantwortlich sind, bei uns entschuldigen.

LiRong Zhe

zurück 



Keine Scheinselbstständigkeit

16. April 2008

Beamte der Zollbehörden haben heute in den Räumlichkeiten des Instituts für Plastination und Plastinariums die ordnungsmäßige Beschäftigung polnischer Mitarbeiter überprüft. Den Beamten wurden durch die Mitarbeiter Einsicht in sämtliche Personalunterlagen gewährt, welche belegen, dass keine illegalen Beschäftigungsverhältnisse bestanden oder bestehen.

Ich bin davon überzeugt, dass die heutige Überprüfung wie frühere Untersuchungen der Behörden alsbald jeglichen Verdacht der Scheinselbstständigkeit zerstreuen wird. Als in der Öffentlichkeit stehende Person ist es mir eine Selbstverständlichkeit, mich stets gesetzeskonform zu verhalten. Dem Ergebnis des behördlichen Verfahrens sehe ich daher mit großer Gelassenheit entgegen.

Als befremdlich empfinde ich es gleichwohl, dass zeitgleich mit den Mitarbeitern der Zollbehörden auch Presse und Fernsehen (ZDF, RNF) in großer Zahl anrückten. Dies ruft bei mir den Eindruck hervor, dass die Behörden die arbeitsrechtliche Überprüfung bei einer Person der Zeitgeschichte dazu nutzen wollten, auf sich selbst aufmerksam zu machen, obwohl solche Prüfungen in Deutschland täglich tausendmal stattfinden.

Für die Richtigkeit
Gunther von Hagens

zurück 


Präparate der Körperwelten-Austellungen stammen aus dem deutschen Körperspenderprogramm

HEIDELBERG, 18.2.2008. Das Institut für Plastination spricht dem Nachrichtenmagazin 20/20 des US-Fernsehsenders ABC für seine Nachforschungen zur Herkunft der Körper in öffentlichen Anatomieausstellungen ein deutliches Lob aus. Die Sendung informierte die Öffentlichkeit über anatomische Ausstellungen im Allgemeinen und klärte insbesondere darüber auf, woher die für die Ausstellungen verwendeten Leichen stammen.

Zwei etwas vage Aussagen des Anatomen Dr. Gunther von Hagens gegenüber 20/20 möchte das Institut für Plastination jedoch präzisieren, da sie bei der Nachrichtenagentur Associated Press, anderen Medien und in der Öffentlichkeit Verwirrung über die Herkunft der Körper in den KÖRPERWELTEN-Ausstellungen stiften könnten.

In dem vollständig auf Englisch (der Zweitsprache von Dr. von Hagens) geführten Interview sagte er, dass er „die Verwendung von Leichen aus China eingestellt", sowie dass „er einige Leichen mit Kopfverletzungen eingeäschert" hätte. Diese unvollständigen Aussagen können, wenn sie ohne Kontext und außerhalb eines chronologischen Zusammenhangs wiedergegeben werden, zu dem Trugschluss führen, Dr. von Hagens hätte früher chinesische Leichen in den KÖRPERWELTEN-Ausstellungen verwendet und diese Praxis inzwischen aufgegeben. 

Dies ist nicht der  Fall. Im Interview versäumte Dr. von Hagens darauf hinzuweisen, dass er von 2003 bis 2004 häufig von chinesischen Universitäten ersucht wurde, die Plastination anatomischer Präparate aus den jeweiligen medizinischen Fakultäten durchzuführen. Die Präparate wurden von diesen Universitäten zur Plastination an Dr. von Hagens geliefert und nach erfolgter Plastination wieder an die Universitäten überstellt. Dr. von Hagens erläuterte in dem Interview nicht, dass er sich auf diese sekundäre Plastinationsarbeit für medizinische Fakultäten bezog und nicht etwa auf seine Haupttätigkeit, nämlich die Spenderplastination für die KÖRPERWELTEN-Ausstellungen. 

Es ist aber tatsächlich so, dass - mit Ausnahme einiger Föten aus historischen Anatomiesammlungen aus der Zeit vor 1930 und einigen kleinen Organen aus Anatomie- und Pathologieeinrichtungen einiger Krankenhäuser - sämtliche Präparate in den KÖRPERWELTEN (über 180 von 200 Präparaten pro Ausstellung) aus dem Körperspenderprogramm des Instituts für Plastination stammen, das 1982 in Heidelberg ins Leben gerufen und seit 1993 vom Institut für Plastination betrieben wird.

Im Januar 2008 waren im Körperspenderverzeichnis des Instituts für Plastination insgesamt 8244  lebende Spender aus aller Welt (darunter 7076 Deutsche und 659 Amerikaner) und 546 verstorbene Spender (darunter 538 Deutsche und 8 Amerikaner) registriert.

Das Institut für Plastination entschuldigt sich für die Missverständnisse, die aus den ungenauen Aussagen von Dr. von Hagens in einer Sprache entstanden sind, die er zwar überaus schätzt, die jedoch nicht seine Muttersprache ist.

Weitere Informationen erteilt auf Nachfrage gerne:

Institut für Plastination - Pressestelle
hd.pressoffice@plastination.com

zurück



Erklärung zum Verkauf menschlicher Plastinate

Heidelberg, 5. Februar 2008

    Als Erfinder der Plastination und öffentlicher Anatom fühle ich mich vor allem den Meinungen und Wünschen der Körperspender verpflichtet. Die Körperspende zur Plastination ist das ethische Rückrat der Plastination und des PLASTINARIUMS in Guben.
    Der geplante qualifizierte Verkauf von Plastinaten auf hohem ethischen Niveau erwies sich bei näherer Prüfung schwieriger als zunächst gedacht. So stieß die Ankündigung, Plastinate nicht an Laien abzugeben, bei einigen Körperspendern auf Unverständnis, weil Verkaufsbeschränkungen wissenschaftsfeindlich seien. Es gebe ja auch Privatgelehrte und Wissenschaftler im Ruhestand. Ich möge Menschen nicht in Gruppen einteilen, sondern mich an der Qualifikation der Anwender orientieren. Durch diese Überlegungen kam ich kurzfristig zu der Meinung, dass beim Verkauf menschlicher Plastinate nicht zwischen Laien und Fachleuten unterschieden werden sollte, sondern dass Plastinate statt dessen an qualifizierte Nutzer abgegeben werden sollten, zu denen auch Laien gehören können.
    Nach intensiven Diskussionen mit Mitarbeitern, Köperspendern und engagierten Journalisten musste ich jedoch erkennen, dass eine solche Entscheidung mehr Fragen aufwirft als sie löst. Beispielsweise wird es dann schwierig, die Merkmale eines qualifizierten Nutzers eindeutig zu bestimmen und zu entscheiden, inwieweit wissenschaftliche Interessen als Privatperson berücksichtigt werden dürfen.
    Als Ergebnis der Diskussionen komme ich zu dem Entschluss, dass eine Abgabe menschlicher Plastinate nur an etablierte, öffentlich anerkannte Lehr- und Forschungsinstitutionen in Frage kommen kann. Dazu gehören auch nicht, und das ist neu, individuelle Fachleute. Ich bedaure, dass meine öffentlichen Überlegungen vorübergehend Zweifel an meiner hohen ethischen Verantwortung als Plastinator genährt haben könnten. Ich versichere deshalb, in Zukunft Überlegungen von solch emotionaler Tragweite nur nach gründlicher Prüfung in die öffentliche Diskussion einzubringen.
Der verantwortliche Umgang mit den Körperspendern des Instituts für Plastination ist mir eine große Verpflichtung, der ich in Zukunft noch mehr als bisher gerecht werden will.
 
Gunther von Hagens
5. Februar 2008

zurück


 

Ein Jahr nach Eröffnung: Punktsieg für das Gubener PLASTINARIUM

Am 17. November 2007 jährt sich die Eröffnung des PLASTINARIUMS zum ersten Mal. Plastinator Gunther von Hagens zieht nach einem erfolgreichen Jahr positive Bilanz:

"Als ehemaliges Kind der DDR, dort ausgebildet und nach Westdeutschland als politischer Häftling verkauft, werde ich im Januar 2008 aus Überzeugung Gubener Bürger, weil ich mir zur Konsolidierung meines Lebenswerkes keinen besseren Ort vorstellen kann. Davon überzeugte mich der überraschend große Zuspruch der Gubener Bevölkerung zum PLASTINARIUM, die Körperspende zur Plastination von inzwischen 83 Gubener Bürgern, das große Engagement von mittlerweile 105 Gubener Mitarbeitern im PLASTINARIUM und die Unterstützung der lokalen Politiker, insbesondere die von Bürgermeister Hübner und Landrat Friese. Mit dem jetzt entstehenden Weltzentrum der Plastination wird Guben zur Stadt der anatomischen Wissenschaften. Die ihr damit zuwachsende Internationalität passt zu ihrem Charakter als deutsch-polnische Grenzstadt."


PLASTINARIUM in Guben November 2006 - November 2007

Positive Beurteilung des PLASTINARIUMS durch die Besucher

Insgesamt kamen im ersten Jahr 66 000 Besucher. In einer im Oktober 2007 durchgeführten Umfrage unter eintausend Befragten stellen die Besucher dem PLASTINARIUM ein gutes Zeugnis aus: 92 % der Besucher hat das PLASTINARIUM gut oder sehr gut gefallen und wollen das PLASTINARIUM  weiter empfehlen, 86 % würden ein zweites Mal kommen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Besucher, nämlich 26 %, von Freunden und Bekannten auf das PLASTINARIUM aufmerksam gemacht wurden. Erstaunliche 27 % der Besucher haben bereits die Ausstellung KÖRPERWELTEN gesehen. Der Anteil der Frauen unter den Besuchern ist um 9 % höher als der der Männer.  8 % der Besucher legen Entfernungen von über 500 km zurück,  aus dem Ausland kommen 13 % der Besucher, davon 9 % aus Polen.

Das PLASTINARIUM  auf Erfolgskurs

Die anfängliche Aufregung um das PLASTINARIUM hat sich gelegt. Wie auch die Ausstellung KÖRPERWELTEN hat das PLASTINARIUM nicht nur Freunde, sondern auch Gegner. Öffentliche Anatomie polarisiert offenbar; jeder hat eine Meinung dazu, auch diejenigen, die das PLASTINARIUM nie besucht haben und nie besuchen wollen. Dazu gehört der brandenburgische Bildungsminister Rupprecht, der in einem ZDF-Interview am 11.10.07 enthüllte, dass er kein Problem mit Plastinator Gunther von Hagens haben würde, wenn "das was er dort macht, hinter verschlossenen Türen laufen würde. Dann würde das Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze schaffen, und das wäre sehr lobenswert." Diese Einschränkung von Öffentlichkeit, so Gunther von Hagens, verträgt sich nicht mit der vom Grundgesetz garantierten Wissenschaftsfreiheit, die auch die Öffentlichkeit der anatomischen Wissenschaft einschließt. Wenn der Minister im Interview außerdem sagt:  "Also ich habe genug gehört und auch gesehen ..., dass ich ihm nicht den Triumph gönnen werde, dieses Haus zu betreten.", so sieht  Plastinator Gunther von Hagens auch in dieser Feststellung ein undemokratisches Öffentlichkeitsverständnis durchschimmern, „das den Eindruck erweckt, der historisch einmalige Schulbann des Ministers würde vornehmlich aus persönlicher Antipathie und einem DDR-nahen Obrigkeitsverständnis gespeist, der an das Westfernsehverbot der frühen DDR-Jahre erinnert."

Ein demgegenüber positives politisches Zeichen setzte das brandenburgische Kultusministerium, wenn es das PLASTINARIUM im Juni durch die Befreiung von der Umsatzsteuer "zu einer mit den Museen des Landes und des Bundes vergleichbaren kulturellen Einrichtung" erklärte. Diese Vergleichbarkeit wird vom Gesetzgeber als Voraussetzung für die Umsatzsteuerbefreiung gefordert (Umsatzsteuergesetz (§ 4 Nr. 20).

Insgesamt kann festgestellt werden, dass sich die Meinung in den brandenburgischen Ministerien allmählich der positiven Einschätzung der Bevölkerung und der Politiker vor Ort annähert. Gleiches trifft für die evangelische Kirche zu, die seit der Eröffnung des PLASTINARIUMS auf weitere Protestveranstaltungen und auf die zunächst öffentlich diskutierte Verfassungsklage verzichtete. Gunther von Hagens sieht diese Entwicklung als Zeichen gelebter Demokratie, zu deren Anstandsregeln es gehört, den mündigen Bürger nicht durch Sehverbote zu entmündigen.

Jahreschronik der Ereignisse im und um das PLASTINARIUM
Mitarbeiterzahl
Die Zahl der Mitarbeiter wurde im Laufes des Jahres allmählich auf jetzt 105 gesteigert. In zwei öffentlichen anatomischen Darstellungskursen wurden im Mai und im Oktober Mitarbeiter zu Plastinationsassistenten ausgebildet. Sowohl RTL (Sendung Traumjob) und das ZDF (Sendung Drehscheibe) berichteten darüber.
Zahl der Körperspender
Seit Eröffnung des PLASTINARIUMS hat sich die Zahl der registrierten Körperspender in Brandenburg mehr als verdoppelt. Sie liegt jetzt bei 520, davon 83 Gubener.Körperspendertreffen im September
Mit 750 Teilnehmern und 54 Pressevertretern demonstrierte das erste Körperspendertreffen in Guben den Geist einer gewandelten Bestattungskultur. Immer mehr Menschen verzichten auf die traditionellen Formen der Erd- oder Feuerbestattung und entscheiden sich bewusst dafür, nach ihrem Tod als Plastinat im Museum medizinische Aufklärung zu leisten. Wissenschaftliche Vorträge zur rechtlichen Situation der Körperspende (Dr. Holger Schmitz, Berlin), zur Situation der Körperspende an deutschen Universitäten (Prof. Redies, Jena) und zur "öffentlichen Leiche im Wandel der Zeit" (Prof. Wetz, Schwäbisch-Gmünd) sorgten für ein hohes wissenschaftliches Niveau der Veranstaltung.
Etablierung eines Körperspendezentrums
Teile des Gebäudekomplexes rund um das PLASTINARIUM wurden für die Annahme verstorbener Körperspender vorbereitet. Die ersten Körperspender sollen dort Anfang 2008 mit dem Bodymobil aus den nördlichen Bundesländern eintreffen. Die verstorbenen Körperspender aus den südlichen Bundesländern werden weiterhin in Heidelberg angenommen.
Anatomiefilme
Im Mai 2007 produzierte der englische Fernsehsender Channel 4 unter Mitwirkung des britischen Roten Kreuzes  im Filmstudio des PLASTINARIUMS einen dreiteiligen Fernsehfilm zum Thema Notfallmedizin. Vor wenigen Tagen, im November, folgten Filmaufnahmen zur Anatomie der Fettleibigkeit.
Wirkung bis nach Polen
Insgesamt 8200 polnische Bürger besuchten bis heute das Zentrum der Plastination. Auch der polnische Bürgermeister von Gubin, Herr Bartczak, kam mit Mitgliedern der Gubiner Stadtverwaltung und der Gubiner Tageszeitung in das PLASTINARIUM.
Investitionen
Am Jahrestag des PLASTINARIUMS beläuft sich die Gesamtinvestitionssumme einschließlich Arbeitslöhne auf 9,5 Millionen Euro.

Planungen für das zweite Geschäftsjahr des PLASTINARIUMS

 Jan.  2008:Beginn des Körperspendeprogramms des PLASTINARIUMS
 Febr. 2008:Beginn der Herstellung von Verkaufsprodukten
 Apr.  2008: Beginn des Werksverkaufs von Plastinaten
  Juli  2008:Internationaler Plastinationskongress
 Sept. 2008: Herstellung erster Großtierscheiben (Giraffe, Elefant)

Guben, 15.11.2007
Pressestelle PLASTINARIUM
Alte Poststraße 26/Uferstraße
03172 Guben

zurück


Einladung Körperspender-Treffen im PLASTINARIUM in Guben - PLASTINARIUM als öffentliches Museum anerkannt

Am Samstag, den 8. September 2007 findet das 6. Körperspendertreffen im PLASTINARIUM in Guben statt. Es ist das erste Treffen der Körperspender in der Neißestadt. Das letzte Mal trafen sie sich vor zwei Jahren in Heidelberg. Über eintausend Teilnehmer aus dem In- und Ausland haben ihr Kommen zugesagt. Den Körperspendern wird nicht nur der öffentliche, sondern auch der nicht öffentliche, noch im Aufbau befindliche Teil des PLASTINARIUMS gezeigt. Im Mittelpunkt des Vormittagsprogramms stehen Vorträge renommierter Wissenschaftler über ethische, philosophische und juristische Aspekte der Körperspende. Außerdem wird über die in den USA gastierenden Körperwelten Ausstellungen berichtet. Akkreditierte Journalisten sind eingeladen, die Körperspender in den Programmpausen zu begleiten und zu interviewen.

Von besonderem Interesse dürfte der am Nachmittag thematisierte, weil weiterhin schwelende politische Streit um das PLASTINARIUM sein, der kürzlich mit der Anerkennung des PLASTINARIUMS durch das brandenburgische Wissenschaftsministerium als öffentliches Museum (Zitat: “erfüllt die gleichen Aufgaben wie vergleichbare Einrichtungen des Bundes, der Länder”)  einen neuen Höhepunkt erreicht hat. Das PLASTINARIUM wurde damit den öffentlichen Museen des Bundes und der Länder gleichgestellt. Die Tage des dazu im Widerspruch stehenden Schulbesuchsverbots des brandenburgischen Bildungsministers dürften deshalb gezählt sein. Denn dieser Schulbann beschädigt weiterhin als weltweit einmalige Beschränkung öffentlicher musealer Anatomie das demokratische Ansehen des Landes Brandenburg.

Die Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem beigefügten Tagesprogramm.

Gunther von Hagens
(Plastinator)


Plastinator Gunther von Hagens packt in China ein und in Guben aus

Gunther von Hagens hat die Präparation menschlicher Präparate in China beendet. Die Arbeiten werden im brandenburgischen Guben fortgesetzt. Alle zuvor nach China geschickten anatomischen Präparate, die aus dem Körperspendeprogramm des Heidelberger Instituts für Plastination stammen,  sind bereits in Guben eingetroffen. Die in China verbleibende Tierplastination dient dazu, die dort getätigten Investitionen nicht unter Wert verkaufen zu müssen. 
Mit dem Umzug nach Guben wird das dortige PLASTINARIUM zum weltweit größten Plastinationszentrum.
Mit dem Eintreffen der Präparate aus China öffnet heute, am Freitag, den 3. August, 10.00 Uhr die „Größte Pastinateschau“ in Guben ihre Tore. Über 50 Ganzkörperplastinate sind im PLASTINARIUM jede Woche von Freitag bis Sonntag, voraussichtlich bis Ende des Jahres, zu sehen. Danach werden sie Guben in Richtung USA verlassen. 

 
Hier Gunther von Hagens’ Pressebrief zum Thema China und Guben im Wortlaut:
 
“Menschenplastination in China aufgegeben - Größte Plastinateschau jetzt in Guben”

Seit 1993 bin ich als Plastinator in Dalian, China tätig. Dort entstanden die meisten Plastinate der bekannten KÖRPERWELTEN-Ausstellungen. Die Chinesen mit ihrer feinmotorischen Geschicklichkeit garantierten höchste präparatorische Qualität. Über achtzig Wissenschaftler und Präparatoren habe ich über mehrere Jahre in Heidelberg in die Technik der Plastination eingewiesen. 230 Mitarbeiter habe ich in meinem Unternehmen in der chinesischen Hafenstadt Dalian beschäftigt. Doch meine anfängliche Begeisterung ist verflogen. Wegen massiver Schwierigkeiten habe ich jetzt die Plastination menschlicher Plastinate in China ganz aufgegeben. Mir ging es zunächst so wie vielen von China faszinierten Unternehmern. Der großartige Anfang ließ mich jede Vorsicht vergessen: Chinesen sind gelehrig, arbeitsam und geschickt. Die Medizinische Universität Dalian baute mir ein Plastinationsinstitut und meine Tätigkeit als Gastprofessor garantierte Wissenschaftlichkeit. Der damalige Bürgermeister Dalians, Bo XiLai, heute der Handelsminister Chinas, ehrte mich 2001 mit dem Freundschaftspreis der Stadt Dalian. Irritationen darüber, dass sich einige Plastinationsschüler selbständig machten und Plastinate auf eigene Rechnung verkauften, habe ich zunächst nicht wichtig genommen.
 
Doch bald musste ich feststellen, dass ich nicht mehr willkommen war; ein unliebsamer Konkurrent, dessen Know-how man ausreichend abgeschöpft hatte. Bald häuften sich behördliche Schwierigkeiten: Erweitungsbauten wurden abgelehnt und Exporteinschränkungen behinderten die Ausfuhr bereits plastinierter Körperspender. Lokale Behörden drängten mich gar, das Unternehmen ganz aufzugeben. Anonyme chinesische Beschuldigungen, ich hätte mich als deutscher Professor ausgegeben oder ich würde Hingerichtete zur Plastination verwenden, wurden in Deutschland vorschnell für bare Münze genommen und schadeten meinem wissenschaftlichen Ruf. Diesen Unterstellungen konnte ich, wenn auch erfolgreich, nur auf langwierigem Rechtsweg begegnen.
 
Gegenwärtig touren weltweit mehr als fünfzehn chinesische Körperausstellungen. So sind schlechte Kopien meiner Ausstellung KÖRPERWELTEN gegenwärtig in Metropolen wie Las Vegas, New York, Sao Paulo, Prag und Lissabon zu sehen. Ohne Körperspendeprogramm und aus zweifelhafter Quelle verursachen sie vielerorts massive Proteste von Menschenrechtlern. Zuletzt hatte ich das Gefühl, in China neben einem brodelnden Ethikvulkan zu arbeiten. Ich möchte nicht länger mit chinesischen Körperausstellungen verwechselt werden und muss mich von den dort angewandten Praktiken distanzieren. Dies ist mir auch deshalb wichtig, weil ich aus Umfragen weiß, dass die Bevölkerung zu gut zwei Dritteln gegen die öffentliche Präsentation menschlicher Präparate ohne lebzeitige Zustimmung der Spender ist. In China ist die Ablehnung mit 84% am höchsten, gefolgt von Deutschland mit 74% und den USA mit 69%, bei jeweils eintausend Befragten.

Nach gründlicher Prüfung mehrerer Alternativen zum Standort China habe ich mich für Guben als Zentrum für die Plastination silikonisierter Teil- und Ganzkörperplastinate entschieden. Deshalb sollen dort künftig nicht nur Scheibenplastinate, sondern auch Silikonplastinate hergestellt werden. Guben wird dadurch zum wichtigsten Plastinationsstandort weltweit. Für die Wahl Gubens war entscheidend, dass die örtlichen Behörden und die Gubener Bevölkerung meine Ansiedlung unterstützen. 71% von eintausend befragten Gubenern sprachen sich bereits im vergangenen Jahr für die Herstellung von Silikonplastinaten aus, 72 Gubener sind inzwischen sogar Körperspender für die Plastination geworden. Die Entscheidung, die Silikonplastination ganzer Körper wieder in Deutschland anzusiedeln, wurde durch wichtige Urteile der deutschen Justiz in Plastinationsfragen unterstützt. So habe ich strafbewehrte Unterlassungserklärungen gegen Behauptungen erwirkt, ich sei nicht der Erfinder der Plastination oder würde Hingerichtete plastinieren (Landgericht Berlin AZ 27 O 415/06, 27 O 181/05, 27 O 1013/05). Der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim (AZ 0224B-03-03lB) stellte klar, dass meine Ausstellungen nicht zensiert werden dürfen. Vorläufige Urteile, ich würde unberechtigt Titel führen, wurden durch Freispruch neutralisiert (OLG Karlsruhe AZ Ss 294/06, 5 NS 21 Js 20095/).
 
Alle menschlichen Präparate deutscher Körperspender, die ich je nach China geschickt habe, sind in den vergangenen Tagen in Guben eingetroffen. Am Freitag, den 3. August, öffnet heute im Gubener PLASTINARIUM die größte Plastinateschau aller Zeiten eröffnet. Insgesamt 50 Ganzkörperplastinate werden das PLASTINARIUM bevölkern; für das Publikum sind sie jede Woche von Freitag bis Sonntag zu sehen. Da gibt es die aus sieben Plastinaten bestehende Piratengruppe mit Kapitän und Steuermann. Auf einem Schiffsbug strebt eine mittig gespaltenes Plastinat voran. In einem Stahlring rollt ein Athlet durch einen Wasserfall. Eine Frau entledigt sich ihrer Haut, ein Spinnenmann spreizt seine Körperhülle und ein dreifach gespaltener Tennisspieler schlägt auf. Die große Plastinateschau wird in der öffentlichen Werkstatt in Guben präsentiert, wo die Plastinate noch optimiert werden. So müssen noch Präparateoberflächen versiegelt werden, auch fehlen noch die Beschriftungen, das wissenschaftliche „Make-up’’ der Plastinate. Erst gegen Ende des Jahres werden die neuen Plastinate Guben verlassen. 

Auch viele halbfertige Plastinate sind in Guben angekommen. Sie warten in brummenden Kühlcontainern auf ihre Fertigstellung. Der Know-how Transfer zur Fertigung der Menschenplastinate, diesmal von China nach Guben, ist bereits in die Wege geleitet. Chinesische Spezialisten sollen dem wachsenden Gubener Plastinateteam das dafür notwendige Wissen vermitteln. Deshalb werden weitere Plastinationsassistenten für anatomische Darstellungskurse in Guben gesucht. In meinem chinesischen Labor werden jetzt nur noch Tiere plastiniert. Ob sich das langfristig lohnt, wird sich zeigen.”

3. August 2007
Gunther von Hagens

zurück


Freispruch für Gunther von Hagens

Stellungnahme von Plastinator Gunther von Hagens zum Freispruch im Titelstreit:

“Ich freue mich und bin erleichtert, dass ich vom Vorwurf des Titelmissbrauchs freigesprochen wurde. Als Erfinder der Plastination und Schöpfer der KÖRPERWELTEN, der sich nicht gerade des Wohlwollens der Angepassten erfreut, war es mir wichtig, von der deutschen Justiz fair behandelt zu werden. Das Oberlandesgericht stellt fest, dass der von der chinesischen Universität verliehene Titel einem deutschen Professorentitel gleichwertig ist.
Mir liegt nichts an Orden- und Ehrenzeichen und mir hätte es daher auch fern gelegen, einen „deutschen“ Professorentitel vorzutäuschen. Nun bescheinigt das Strafgericht, dass ich mich selbst nicht als Professor bezeichnet habe. Angesichts der jahrelangen und weltweiten Berichterstattung stellt der Freispruch im Titelstreit meinen guten Ruf als Wissenschaftler wieder her.”
 
In dem über vier Jahre währenden Verfahren wurde Gunther von Hagens von einem Team von Straf- und Verwaltungsrechtsexperten der Kanzlei Nörr Stiefenhofer Lutz vertreten. Diese konnten nachweisen, dass die mangelnde Kenntnis der deutschen Hochschulgesetze durch die Beamten mehrerer Landesministerien zu der nunmehr als haltlos erkannten Klage geführt hatte.

27. Juli 2007
Pressebüro
Institut für Plastination

Die Pressemitteilung des Oberlandesgericht finden Sie im Internet unter www.olg-karlsruhe.de

zurück 


Gubener PLASTINARIUM wird von polnischen Bürgern geschätzt

Guben, 18. Juni 2007 – An den vergangenen beiden Wochenenden war das PLASTINARIUM in Guben für polnische Bürger kostenlos geöffnet.

An insgesamt sechs Tagen wurden 6307 Besucher aus Polen gezählt, wobei allein der gestrige Sonntag mit 2046 Besuchern dem PLASTINARIUM einen Rekordzulauf bescherte. 500 Gästekommentare polnischer Bürger zeigen das große Interesse auch der polnischen Bevölkerung am PLASTINARIUM. Danach waren 90% mit dem Besuch sehr zufrieden. Kommentare wie „Am meisten gefiel mir die Raucherlunge. Ab heute rauche ich nicht mehr“ oder „Meine Eindrücke schwanken zwischen Faszination und Ehrfurcht vor dem Leben“ zeichnen ein treffendes Stimmungsbild der Besucher am Ende der Ausstellung.

Entsprechend zufrieden zeigte sich Plastinator Gunther von Hagens: „Der große Zuspruch an den polnischen Wochenenden beweist die Richtigkeit, das PLASTINARIUM in der deutsch-polnischen Grenzstadt Gubin (deutsch: Guben; polnisch: Gubin) anzusiedeln. Die positive Reaktion bestätigt meine Voraussage, dass sich Guben durch das PLASTINARIUM und die hier produzierten Gubener Plastinate zu einem international anerkannten Standort medizinischer Wissenschaft entwickeln wird.“

zurück


„Polnische Wochenenden“: Kostenloser Eintritt für polnische Bürger

Guben, 27. April 2007 – Das PLASTINARIUM lädt vom 8. bis 10. Juni und 15. bis 17. Juni 2007 exklusiv zu den „Polnischen Wochenenden“ ein. Mit dieser einmaligen kostenlosen Präsentation möchte Gunther von Hagens das PLASTINARIUM als wissenschaftliche, das Gesundheitsbewusstsein stärkende Einrichtung einer breiten polnischen Öffentlichkeit nahe bringen.

Mehr als 22 Millionen Besucher haben die KÖRPERWELTEN-Ausstellungen des Erfinders der Plastination Gunther von Hagens bisher bewundert. Wie seine Ausstellungsexponate (Plastinate) entstehen, ist im weltweit ersten PLASTINARIUM des Wissenschaftlers in Guben zu sehen. Das PLASTINARIUM vereint unter einem Dach die Anatomieausstellung KÖRPERWELTEN mit einer „gläsernen Werkstatt“, in der die Entstehung der Exponate und einzelne Schritte der Plastination zu sehen sind. Plastinate sind mit Kunststoffen wie Silikonkautschuk oder Epoxidharz dauerhaft konservierte anatomische Präparate. 

Was Sie bei einem Rundgang sehen können

Der Rundgang durch das PLASTINARIUM eröffnet dem Besucher einzigartige Einblicke in die Anatomie des menschlichen Körpers. Er beginnt mit dem Bereich der „Anatomiegeschichte“, in dem anhand historischer Präparate die Entstehung der Anatomie als Wissenschaft sowie die Entwicklung anatomischer Konservierungstechniken gezeigt wird. In der darauf folgenden „Schauwerkstatt“ erstellen Mitarbeiter/-innen vor den Augen der Besucher Plastinate von Mensch und Tier.

Die entstandenen Fertigplastinate sind nach Körperfunktionen geordnet im sich anschließenden „Schauraum“ zu sehen. Es werden 15 lebensnah positionierte Ganzkörperplastinate und 150 Einzelpräparate gezeigt – darunter Organplastinate im Vergleich gesund und krank, transparente Körperscheiben und Gefäßgestalten. Zu den Ganzkörperplastinaten im Schauraum gehört die wohl bekannteste „Pokerrunde“ der Welt, eine eigens für den aktuellen James-Bond-Film „Casino Royale“ angefertigte Plastinategruppe.

Informationen

Öffnungszeiten „Polnische Wochenenden“: 8. bis 10. Juni, 15. bis 17. Juni (jeweils freitags, samstags, sonntags), 10 bis 18 Uhr (18 Uhr letzter Einlass).
Reguläre Öffnungszeiten: Das PLASTINARIUM ist ganzjährig geöffnet und zwar immer freitags, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr (letzter Einlass).
Kontakt: Im PLASTINARIUM, Uferstraße, 03172 Guben, Deutschland.
www.plastinarium.de, info@plastinarium.de,
Telefon 0049 0151 52100120. Wir sprechen Polnisch!

zurück


Ethikkommission stellt Körperspendeprogramm gute Noten aus

Heidelberg/Guben, 1. März 2007 – Die Präsentation der KÖRPERWELTEN und Gunther von Hagens’ Körperspendeprogramm standen im Mittelpunkt eines Ethikreports,  der unter der Leitung des Ethikprofessors Hans Martin Sass für das „California Science Center“ in Los Angeles erstellt wurde.  Von Kalifornien aus startete die KÖRPERWELTEN-Ausstellung unter dem Titel BODY WORLDS vor mehr als zwei Jahren ihren erfolgreichen Zug durch die USA und Kanada, wo sie bereits mehr als 6 Millionen Besucher in den Bann zog.

Die Ethikkommission des Museums, bestehend aus namhaften Vertretern aus Wissenschaft, Medizin und Religion, kam zu der einhelligen Meinung, dass die Ausstellung KÖRPERWELTEN über erheblichen Lehrwert verfügt.  Die gründliche Prüfung der Unterlagen der Körperspender des Instituts für Plastination ergab darüber hinaus, dass die Standards für Einwilligungserklärungen die rechtlichen Anforderungen an derartige Erklärungen, wie sie zum Beispiel an universitären anatomischen Instituten verwandt werden, bei weitem übertreffen. Die Spendeformulare des Instituts seien unter anderem sehr leicht verständlich und ausführlicher gestaltet als die meisten Körperspendeformulare, da sie dem Spender/der Spenderin die Möglichkeit geben, die Beweggründe für die Spende aufzuführen. Außerdem kann die Einwilligung in die öffentliche Ausstellung, das heißt also in die Aufklärung und Bildung von Laien, nicht nur von Medizinstudenten, explizit ein- beziehungsweise ausgeschlossen werden. Ebenso wird der Spender darüber aufgeklärt, dass die Spende jederzeit widerrufen werden kann. Weitere Details dazu sind dem Ethikreport zu entnehmen.

Im Gubener PLASTINARIUM ist die derzeit einzige KÖRPERWELTEN-Ausstellung in Europa zu sehen.

zurück


Das PLASTINARIUM etabliert sich als attraktiver Partner des Gubener Tourismus

Guben, 23. Februar 2007 – Seit drei Monaten geöffnet, ist das PLASTINARIUM  bereits zu einer touristischen Größe am Standort Guben geworden. Die positive Ausstrahlung auf die heimische (Tourismus-)Wirtschaft ist spürbar.

Dieser Ansicht sind auch die Touristiker der Region: Mehr als 200 touristische Anbieter und Vertreter von Informationsstellen des Tourismusverbandes Niederlausitz sind heute in Guben, um das PLASTINARIUM näher kennen zu lernen. Bei den geplanten Gesprächen wird es um Informationsvernetzung im Tourismus gehen, von der alle Sehenswürdigkeiten in und um Guben profitieren sollen.

PLASTINARIUM entwickelt sich weiter

Angesichts der bisher rund 21.000 Besucher im PLASTINARIUM schaut Plastinator Gunther von Hagens optimistisch in die Zukunft und plant für dieses Jahr bauliche Investitionen in Höhe von einer Million Euro. Eine weitere Million Euro will Gunther von Hagens für die Herstellung von Körperscheiben locker machen. Mit diesen „Gubener Plastinaten“ will er Gubens Ruf als Wissenschaftsstadt etablieren und in die Welt hinaus tragen. 62 bestehende Mitarbeiter freuen sich mit ihm, 20 weitere kommen in den nächsten Monaten dazu.

zurück


Zwei Symbole des Kalten Krieges im  neuen Bond-Film „Casino Royale“

14. November 2006 – In diesem November begegnet Plastinator Gunther von Hagens, einer der bekanntesten „Republikflüchtlinge“ aus der ehemaligen DDR, aus Anlass des 17. Jahrestages des Falls der Berliner Mauer der gefeiertesten Ikone des Kalten Krieges, James Bond.

Gunther von Hagens und die faszinierende Anatomieausstellung KÖRPERWELTEN haben einen Cameo-Auftritt in „Casino Royale“, dem einundzwanzigsten James-Bond-Film, für den der gleichnamige Roman von Ian Fleming von 1953 die Vorlage bildet. Die KÖRPERWELTEN-Ausstellung ist dabei Schauplatz eines typischen Kampfes zwischen Gut und Böse, nämlich zwischen Agent 007 und einem der Schurken aus dem Film.

Für Gunther von Hagens, der 1969 nach einem fehlgeschlagenen Fluchtversuch eine zweijährige Haftstrafe antreten musste, sind die James-Bond-Filme mehr als nur unterhaltsame Spionagethriller. Während Bond im Kalten Krieg die Kommunisten bekämpfte, war er für die jüngere Generation hinter dem Eisernen Vorhang, zu der damals auch von Hagens gehörte, eine Inspiration. „Er stand für die Stärke des Einzelnen gegenüber dem Kommunismus, er war antiautoritär und außergewöhnlich, was den Filmzensoren der damaligen Zeit wohl nicht so klar war“, so von Hagens. „Die Führungsriege konnte den Hunger unserer Generation nach dem Durchbrechen von Grenzen, nach der Freiheit, die nötig ist, um wie James Bond nach Jamaika, nach Kap Canaveral, nach Fort Knox und Monte Carlo reisen zu können, nicht verstehen. Für uns verkörperte er Freiheit und Möglichkeiten.“

Auch die Technik und Zauberei der frühen Filme beeindruckten den zukünftigen Mediziner und Polymerchemiker. „Bond arbeitete mit High-Tech-Geräten – damals eine sehr ungewöhnliche Beschäftigung für die Figuren eines Films. In Goldfinger versuchte er, die radioaktive Kontaminierung der Goldreserven zu verhindern. Als jemand mit großem Interesse an Chemie und Physik wusste ich, dass anders als in der Welt des James Bond, in der solche Innovationen gefeiert wurden, das autoritäre Regime, unter dem ich lebte, Erfindungen im Keim erstickte“, berichtet er.

So unwahrscheinlich es auch klingen mag – der Filmheld mit seinem komplizierten psychologischen Dossier stärkte das Ego und prägte die Gedankenwelt einer Generation ostdeutscher Wissenschaftler. „Er arbeitete hart. Er war immer im Einsatz, lebte nur für seine Mission und nutzte alle seine Fähigkeiten, um diese Mission durchzuführen. Diejenigen von uns, die damals aus der DDR flohen, definierten sich durch ihre Arbeit in Wissenschaft und Technik, und durch ein Streben nach Erfolg um jeden Preis“, so Gunther von Hagens.

Die KÖRPERWELTEN-Ausstellungen sind derzeit unter dem englischen Titel BODY WORLDS im Science Museum of Minnesota in St. Paul, dem Museum of Science in Boston in Massachusetts und in der Telus World of Science im kanadischen Vancouver zu sehen.

„Casino Royale“ läuft ab dem 23.11.2006 in deutschen Kinos.

14.11.2006 – Institut für Plastination, Heidelberg, Tel. 06221 33 11 54, www.bodyworlds.com

zurück


Einladung zur ERÖFFNUNG und PRESSEKONFERENZ
Das  PLASTINARIUM in Guben – Der Blick hinter die Kulissen der KÖRPERWELTEN


Sehr geehrte Damen und Herren,

Mit dem PLASTINARIUM öffnen wir erstmals unsere Werkstätten dem breiten Publikum und ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen der KÖRPERWELTEN.

Das PLASTINARIUM ist eine weltweit einzigartige Einrichtung, in der öffentlich die Herstellung anatomischer Präparate von Mensch und Tier demonstriert wird.

Hiermit laden wir Sie herzlich zur feierlichen Eröffnung des PLASTINARIUM mit anschließender Pressekonferenz am Donnerstag, den 16.11.2006, um 11 Uhr, in den Räumlichkeiten des PLASTINARIUM, Uferstraße, in Guben ein.

PROGRAMM

11.00 Uhr    Eröffnung des PLASTINARIUM mit
- Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner
- Landrat Dieter Friese
- Prof. Dr. Franz Josef Wetz
- Dr. Angelina Whalley
- Dr. Gunther von Hagens

11.30 Uhr    Rundgang durch das PLASTINARIUM
Beginnend mit einem Abriss der Geschichte der Anatomie und der Entwicklung der Plastination, den Plastinationswerkstätten im Zentrum und dem anschließenden Schauraum mit ausgewählten Lehrpräparaten.

12.30 Uhr    Pressekonferenz im Filmstudio

Bitte nutzen Sie dieses Akkeditierungsformular und bestätigen Sie bis zum 14.11.2006 Ihre Teilnahme per Fax an 06221-331123 oder E-Mail an info(at)plastinarium.de.

zurück


Gunther von Hagens: „Posieren mit Schädel ist keine Leichenschändung“ – Freier Eintritt ins Plastinarium in Guben für alle Bundeswehrsoldaten

Heidelberg, 31.10.2006 – Der angebliche Bundeswehrskandal um die „Totenschändungen“ in Afghanistan hat sich als inszenierter Medienskandal entpuppt, bei dem aus dem ungeschickten Umgang mit Skeletten versucht wird, allgemeine Entrüstung zu destillieren. Ein Medienskandal, weil das Problem in der Veröffentlichung der Bilder liegt, nicht aber im Posieren mit Gebeinen. Die Aufnahmen wurden privat, jedenfalls nicht für den Boulevard gemacht, und die Soldaten konnten auch nicht damit rechnen, dass die Aufnahmen eines Tages die Titelseiten der Zeitungen füllen würden. Der Soldat fotografierte zur Erinnerung. Erinnerung ist immer auch Selbstbesinnung. Aufarbeitung beim Gedankenaustausch mit Freunden. Früher geschah dies mediengeschützt vor Fotoalben zu Hause, heute mit Bekannten und Freunden im Internet. Diese bieten die Fotos jetzt auf dem Pressemarkt feil, ohne Einverständnis der Betroffenen. Das Private, Heimliche wird öffentlich und das damit verbundene Unrecht wird gar nicht  mehr wahrgenommen.

Es geht weder um Totenschändung noch um Leichenschändung. Denn Schändung heißt Entehrung. Entehrung setzt aber eine Toten-Gedenkstätte, die Absicht zur Entehrung und das entehrende Empfinden bei Betroffenen voraus. Doch die Knochen entstammten keiner Grabstätte, sie waren anonym, und die Soldaten taten nichts anderes, als was Medizinstudenten trotz moralisierendem Zeigefinger der Dozenten regelmäßig tun: Das Verlebendigen von Skeletten, wie z.B. der Schal um den knöchernen Hals, die Zigarette zwischen den Zahnreihen, passiert regelmäßig, wo immer Skelette existieren, ob nun in der Universität, in der Ausstellung Körperwelten oder aber wie jetzt in einer afghanischen Lehmgrube. Das Posieren vermindert die Kluft zwischen den Toten und den Lebenden und lässt so die eigene Sterblichkeit erträglicher erscheinen. Das Foto verstärkt die Erleichterung. Die Soldaten begegnen ihrer existentiellen Angst, wenn sie mit dem Schädel auf der Schulter ihren eigenen Schrecken in den des anderen verwandeln. Schädelposieren als kollektiv erlebte Stressabfuhr.

Der Umgang mit der eigenen Sterblichkeit ist sehr persönlich, familienspezifisch und kulturspezifisch. Deshalb hat der Gesetzgeber hier auf Toleranz gesetzt und den „beschimpfenden Unfug“,  und die „Herabwürdigung“ des Toten zur Voraussetzung strafrechtlicher Verfolgung gemacht. Schädelposieren ist auch keine „Leichenschändung“. Weder ist der Schädel ein Leichenteil noch das Skelett eine Leiche. Darauf weist selbst das Handbuch des Bestattungsrechts hin. Diese Art sprachlicher Unschärfe behindert die Kommunikation ethischer Werte. Sonst wird bald auch das Tragen natürlicher Zweithaare, die oft von Toten stammen, zur Leichenschändung. Selbst aus Sicht der möglicherweise persönlich Betroffenen dieses Unfugs, vermutlich Angehörigen russischer Soldaten, relativiert sich dieser Unfug angesichts etablierten Umgangs mit Leichen in vergleichbaren Extremsituationen. So schieben Bulldozer der UN afrikanische Leichen in Massengräber. Solches Tun wird stets mit Hinweisen auf Seuchengefahr entschuldigt, der man bei entsprechendem finanziellem Aufwand aber auch mit Desinfektionsmitteln begegnen könnte.

Der Fall ist weder „abscheulich“, wie Bundeskanzlerin Merkel formuliert, noch zur harten Bestrafung geeignet, um ein Exempel zu statuieren, das eine heilsame Wirkung habe, wie Ex-Verteidigungsminister Struck fordert. Derartige ethische Dampfwolken ideologischer Überhöhung sind mir noch gut aus der DDR-Zeit gegenwärtig, als der Einzelbauer gleich zum Staatsfeind wurde, nur weil er eben mal sein Ablieferungssoll nicht erfüllte. Suspendierung vom Dienst, statt Angebot psychologischer Betreuung. Eine gute Figur machen bei diesem aufgeblasenen Pseudoskandal wenigstens die Fachleute, die sich mit der gebotenen Abgewogenheit äußern. So der Psychotherapeut Peter Boppel, der nicht mangelndes Wertebewusstsein der Soldaten, sondern die psychischen Belastungen des Einsatzes zur Hauptursache dieser moralischen Ausrutscher der Soldaten macht, oder der Strafrechtler Merkel, der in diesen Aktionen lediglich eine „grobe Geschmacklosigkeit, die in der Regel kein kriminelles Unrecht darstelle“ sieht. Als Arzt würde ich mir statt Suspendierung vom Dienst und der geforderten scharfen Bestrafung ehe die Solidarität der Truppe im Sinne aufklärende und beratender Fürsorge wünschen.

Ein Blick in die Diskussionsforen des Internets zeigt, dass der mündige Bürger die mediale Aufregung als überzogen, wenn nicht sogar als lächerlich empfindet. Auf mich wirken die veröffentlichten Bilder eher friedensstiftend, weil mahnend. Selbst die Pistole an der Schädelschläfe kann als pazifistisches Warnsignal interpretiert werden. Die posierenden Soldaten sind Produkt einer modernen Gesellschaft. die den realen Tod versteckt hat. Dafür sorgen rigide Friedhofsgesetze wie die moderne Medizin, die das Sterben ins Krankenhaus verlagerte und universitäre Präpariersäle verschlossen hält. Wenn in einer Gesellschaft der Umgang mit dem Tod nicht mehr geübt wird, sollte es nicht verwundern, wenn Soldaten dämlich auf Skelettfunde reagieren.

Zur Entspannung der Affäre lade ich hiermit alle Bundeswehrsoldaten bis Ende des Jahres zum kostenlosen Besuch in das PLASTINARIUM in Guben ein, das am 17. November eröffnet wird. Dort kann sich jeder Besucher in Erinnerung an die eigene Sterblichkeit mit einem Skelett fotografieren lassen.

31.10.06 – Gunther von Hagens

Pressestelle
Institut für Plastination
E-Mail: hd.pressoffice(at)plastination.com

zurück


Das PLASTINARIUM – Der Blick hinter die Kulissen der KÖRPERWELTEN

Guben, 18.10.2006. Die KÖRPERWELTEN haben seit ihrem Bestehen weltweit mehr als 20 Millionen Besucher in den Bann gezogen. Nun öffnet der Plastinator Gunther von Hagens erstmals seine Werkstätten einem breiten Publikum an seiner neuen Wirkstätte in Guben - das PLASTINARIUM. Das PLASTINARIUM wird eine weltweit einzigartige Einrichtung sein, die öffentlich die Herstellung anatomischer Dauerpräparate von Mensch und Tier zeigt.

Auf etwa 2.500 m² Fläche des restaurierten Fabrikgeländes der ehemaligen Gubener Tuchmacherei erhält der Besucher umfassende Einblicke in die Prozesse der Plastination und die verschiedenen Präparationstechniken. Der Prozess umfasst die anatomische Präparation des Körpers mit anschließender Konservierung durch die Plastination, die Herstellung von Skeletten sowie die Fertigung von Gefäßgestalten. Mit modernster Technik entstehen hier Unterrichtspräparate und anatomische Großplastinate für die Ausbildung von Ärzten und medizinischen Laien.

Ein Abriss über die Geschichte der Anatomie und die Entwicklung der Plastination am Anfang des Rundgangs sowie ein Schauraum im Anschluss an die Werkstätten mit ausgewählten Lehrpräparaten runden den spannenden wie lehrreichen Rundgang ab. Gezeigt werden Knochenpräparate, Gefäßgestalten, Körperscheiben und Organplastinate bis hin zu Gestaltplastinaten des ganzen Körpers. Höhepunkt dieses Schauraums wird ein Ausschnitt einer KÖRPERWELTEN-Ausstellung sein, in der eine entscheidende Szene des aktuellen James-Bond-Films „Casino Royale“ gedreht wurde. Die dort gezeigten Plastinate wurden eigens für diesen Dreh gefertigt.

Plastinator Gunther von Hagens: „Das PLASTINARIUM ist das Anatomische Theater der Moderne. Es steht am Ende einer langen europäischen wissenschaftlichen wie demokratischen Tradition: Im Jahre 1543 begründete der Chirurg Andreas Vesal die Anatomie der Neuzeit. Er veröffentlichte in einem umfassenden Bildatlas wirklichkeitsgetreue Anatomie und popularisierte die Anatomie durch öffentliche Sektionen. Ebenfalls 1543 veröffentlichte der Astronom Nicolas Kopernikus eine Abhandlung über Kosmologie, in der er bewies, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt. Seither ermöglicht das Planetarium den Blick in die Entstehung und den Aufbau kosmischer Welten. Das PLASTINARIUM in Guben gibt demgegenüber einen Einblick in die Entstehung und den Aufbau des Körpers und der KÖRPERWELTEN.“

Öffnungszeiten
Das PLASTINARIUM wird ab dem 17. November vorerst  freitags, samstags und sonntags zwischen 10.00 und 18.00 Uhr (letzter Einlass) geöffnet sein.
Gruppen haben die Möglichkeit, außerhalb der regulären Öffnungszeiten einen Besuchstermin zu vereinbaren.
Zusätzliche Öffnungszeiten werden zu gegebener Zeit auf der Homepage www.plastinarium.de bekannt gegeben. 

Adresse:
PLASTINARIUM – Gubener Plastinate GmbH – Uferstraße – 03172 Guben
Tel. 03561-5474860 – info(at)plastinarium.de

zurück 


Plastinator Gunther von Hagens zur Entscheidung der Gubener Stadtverordneten, das Rathaus an ihn zu verkaufen: Trauern ohne Sorge dank Gubener Plastinate

Ich bedanke mich für das mir von der Mehrheit der Gubener Bürger und Politiker ausgesprochene Vertrauen zur Ansiedlung einer Plastinationswerkstatt in Guben. Ich bedanke mich auch bei meinen Gegnern für ihr Engagement im vorausgegangenen demokratischen Meinungsbildungsprozess, der letztendlich der Demokratisierung der Anatomie diente. Durch perfekte „Gubener Plastinate“ werde ich mich bemühen, auch ihr Vertrauen zu erlangen und so dazu beizutragen, die entstandenen Meinungsgräben einzuebnen.

Um ausreichend Plastinate fertigen zu können, wird ab sofort bundesweit ein kostenloser Abholdienst für Leichen eingerichtet. Dieser Service wird großen Zuspruch finden, denn er ermöglicht Trauer ohne Sorge um Begräbniskosten. Die kostenfreie Abholung erfolgt durch örtliche Bestattungsunternehmen oder das Institut für Plastination in Heidelberg. Voraussetzung dafür ist lediglich die Zustimmung zur Körperspende durch die Verstorbenen oder ihre Angehörigen.

Gunther von Hagens
27. April 2006

zurück   


Gubener Bevölkerung mit überwältigender Mehrheit für die Ansiedlung eines Plastinationsinstituts

Heidelberg, 20. April 2006 – Über die Ansiedlung eines Plastinationsinstituts in Guben wurde mehrfach berichtet. Bis heute ist dabei besonders strittig, ob nun wirklich die Mehrheit der Gubener hinter dem Projekt stehen, so wie es bei einer spontanen Abstimmung Mitte Januar in Guben den Anschein hatte. Diese Frage ist angesichts der geplanten Entscheidung der Gubener Stadtverordnetenversammlung am 26. April über den Verkauf des Gubener Rathauses von besonderer Aktualität.

Um zu einer Versachlichung der Debatte beizutragen, hat das Institut für Plastination in Heidelberg bei tnsEmnid eine Meinungsumfrage in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Die Befragung erfolgte in drei Städten: in Heidelberg, dem bisher alleinigen Sitz des Institut für Plastination in Deutschland, in Berlin als der Stadt mit den bislang höchsten Besucherzahlen der KÖRPERWELTEN-Ausstellung und in Guben, dem Ort der geplanten Neuansiedlung. Mit jeweils 1000 befragten Personen ist das Ergebnis statistisch signifikant.

Die Umfrage ist eine Sensation! Die interessantesten Ergebnisse lesen sich wie folgt:

- Mehr als zwei Drittel der befragten Bürger Berlins, Heidelbergs und Gubens – in Guben sogar fast 80% – würden der Ansiedlung eines Plastinations-Instituts in ihrer Stadt zustimmen, wenn dieses anatomische Präparate für Ausbildungszwecke herstellen würde. Während in Guben fast genau so viele Befragte (71%) auch der Herstellung von Präparaten für öffentliche Ausstellungen zustimmen, ist dies in Berlin und Heidelberg nur fast jeder Zweite.

- Über zwei Drittel der Befragten, die der Ansiedlung eines Plastinations-Instituts in der eigenen Stadt zustimmen würden, wären mit der Ansiedlung auch dann einverstanden, wenn dort ganze menschliche Körper präpariert und plastiniert  würden. „Die Zustimmung ist unter den Gubener Bürgern mit 80% am höchsten und in Berlin mit 68% am niedrigsten.“

Darüber hinaus sind 13% der Gubener bereit sich plastinieren zu lassen, wohingegen es in Heidelberg und Berlin nur jeweils 6% sind.

zurück


Gunther von Hagens
6. Dezember 2005
Dalian, China
 
An die
Stadtverordneten der
Stadtverwaltung Guben
Sitzung am 7. 12. 2005
 
Uferstraße 22–26  
03172 Guben
 
Offener Brief an die Stadtverordneten von Guben zur Entwicklung, den Plänen und den Diskussionen um ein Plastinationsinstitut  
 
Sehr geehrte Stadtverordnete, sehr geehrter Stadtverordneter,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Hübner,
 
anlässlich der öffentlichen Sitzung der Gubener Stadtverordneten am 7. Dezember 2005 erlaube ich mir die folgenden Ausführungen zu meinen bisherigen Aktivitäten und Plänen hinsichtlich eines Plastinationsinstituts in Guben:
 
Bisherige Entwicklung

Seit Anfang des Jahres nutze ich ein eigenes Grundstück in Sieniawa Zarska, Polen, als Lager für Ausstellungequipment von KÖRPERWELTEN-Ausstellungen. Pläne, diesen Standort zu einem Forschungsstandort mit der Fertigung plastinierter Körperscheiben auszubauen habe ich aufgegeben, nachdem ich mein Vertrauen in das gegenwärtige funktionierende polnische Rechtssystem verloren habe. Um nur drei Beispiele zu nennen:

(1) Mein Vater wurde öffentlich beschuldigt, polnische Bürger denunziert und sie damit ins KZ gebracht zu haben, ohne dass auch nur ein direkter Zeuge benannt oder ein sonstiger Beweis dafür vorgelegt werden konnte. Während darüber in 60 Medien berichtet wurde, informierten schließlich nur 6 Zeitungen darüber, dass die gründlichen Nachforschungen in Polen nicht nur keinerlei belastendes Material zu Tage förderten, sondern das Amt für Nationales Gedenken sogar mangels jeglichen Beweises die Eröffnung eines Untersuchungsverfahrens ablehnte.

(2) Mein Vater hat in Unkenntnis der polnischen Rechtslage auf seinem Grundstück in Sieniawa Zarska 6 morsche Bäume gefällt. Dafür soll er nunmehr 70.000 (siebzigtausend) Euro Strafe zahlen, obwohl in vergleichbaren Fällen bei polnischen Bürgern auf jegliche Strafzahlung verzichtet wurde.

(3) Politiker erklärten öffentlich, dass das Herstellen von Plastinaten in Polen verboten sei, obwohl kein entsprechendes polnisches Gesetz dies verbieten würde. Dies erinnert mich sehr an den mir aus meiner DDR-Zeit erinnerlichen Grundsatz, dass mir verboten ist, was nicht erlaubt ist und das nicht der in westlichen Demokratien etablierte Rechtsgrundsatz gilt, nachdem erlaubt ist, was nicht verboten wurde. Zusätzlich kam unerwartet und erschwerend hinzu, dass die Gemeindeverwaltung in Sieniawa Zarska Korrespondenz weder in Englisch noch in Deutsch akzeptiert. Eine Regelung, der ich noch nicht einmal in China unterliege.

Herr Wolfgang Teske, engagierter Lokalpatriot Ihrer Stadt las darüber in der Zeitung und lud mich im Monat Oktober privatissime nach Guben ein, um Ihre Stadt als alternativen Standort zu prüfen. Nachdem ich mich mit der Geschichte Ihrer Stadt vertraut und mir in einem persönlichen Besuch selbst einen Eindruck vom Stadtbild und ihren freundlichen Bürgern machen konnte, fand ich zunehmend Gefallen an Guben. Schließlich kam auf meine Bitte ein informelles Gespräch mit Herrn Bürgermeister Hübner zustande, für das ich um Vertraulichkeit bat. Doch dann ging in einem Akt kommunikativer Begeisterung unerwartet Herr Teske an die Öffentlichkeit und veröffentlichte meine Absicht, nach Guben zu kommen zu wollen. Eine solche Absichtserklärung hatte ich zuvor Bürgermeister Hübner zugesandt und Herrn Teske nachrichtlich mit einer Kopie versorgt. Ich hätte es vorgezogen, mich erst dann in Guben vorzustellen, wenn ich mich eindeutig für Guben entschieden hätte. Stattdessen kam eine Informationslawine in Gang, der zwar die demokratische Legitimation nicht abgesprochen werden kann, die meine Entscheidung für Guben jedoch nicht vereinfacht hat.  

Zu meinen Absichten in Guben

Ich bemühe mich um den Erwerb der „Gubener Wolle“ und des jetzigen Rathauses mit dem Ziel, diese Immobilien zu renovieren und unter Beachtung der Auflagen des Denkmalschutzes zu modernisieren. Es ist definitiv nicht geplant, die Präparation menschlicher Körper für die Plastination von Dalian, China, nach Guben zu verlegen. Mein Plastinationsbetrieb in China funktioniert mit zur Zeit 250 Beschäftigten zu meiner vollsten Zufriedenheit. Das mir dort gebotene asiatische Präparationsgeschick und die präparatorische Geduld sind unschätzbar und in Deutschland in dieser Qualität nicht zu finden.  In den genannten Gubener Immobilien plane ich die Etablierung eines Instituts für Plastination mit folgenden Aufgaben:

(1) Forschung und Weiterentwicklung der Plastinationstechnik.

(2) Forschung und Weiterentwicklung von Spezialkunststoffen für die Plastination.

(3) Fertigung dünner plastinierter Körperscheiben von Mensch und Tier.

(4) Fertigung von Großtierplastinaten wie Elefant und Giraffe.

(5) Etablierung einer Körperspendezentrale für die Plastination.

(6) Lagerung von Ausstellungshilfsmitteln und Verkaufsprodukten für die KÖRPERWELTEN-Ausstellungen.

Die in der Presse immer wieder zu lesenden 200 Arbeitsplätze will ich nicht verneinen, ich möchte sie jedoch auch nicht versprechen. Die Entwicklung wird zeigen, in welchem Zeitraum und Umfang dies zu realisieren ist. Doch kann ich sagen, dass sich die Etablierung eines Plastinationsinstituts und die damit verbundene Renovierung der zwei angesprochenen Immobilien nicht lohnen würde, wenn ich dort nicht eines Tages um die zweihundert oder mehr Arbeitsplätze zu realisieren in der Lage wäre. Da das komplexe Verfahren der Scheibenplastination in viele Einzelschritte zerlegbar ist, entspricht die mir bekannte Ausbildungsstruktur der Gubener Bevölkerung meinen Bedürfnissen. Da für viele Arbeiten Verlässlichkeit und Genauigkeit wichtiger sind als Fachkenntnis, benötige ich auch Mitarbeiter ohne Fachausbildung. Gern bin ich bereit, der interessierten Gubener Bevölkerung mein Vorhaben in einem ausführlichen, bebilderten Vortrag zu erläutern.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Gunther von Hagens
(Dr. med. der Universität Heidelberg, Gastprofessor der New York University, College of Dentistry (NYUCD), Erfinder der Plastination und der Ausstellung Körperwelten)

Anlagen:
Anhang 1: Zur Kritik an der Fertigung von Plastinaten in Guben
Anhang 2: Fragen von Herrn Martin Klesmann an Gunther von Hagens  (geplante Veröffentlichung in der Berliner Zeitung am 7.12.2005)

zurück


Absage an anatomische Sehzensur!
Verwaltungsgerichtshof bestätigt Ausstellung KÖRPERWELTEN: keine Genehmigung erforderlich.

Heidelberg, 29. November 2005 – Mit seinem heutigen Urteil hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg die erstinstanzliche Entscheidung des VG Stuttgart aufgehoben. Entgegen der Auffassung der Stadt Stuttgart ist für die Ausstellung „KÖRPERWELTEN. Die Faszination des Echten“ keine Erlaubnis nach dem Bestattungsrecht erforderllich. Die Stadt hat die Kosten des Verfahrens zu tragen.

Während der Verhandlung verschaffte sich das Gericht einen eigenen Eindruck von den Plastinaten: Gunther von Hagens war zur Verhandlung eigens aus New York angereist, um anhand eines Ganzkörperplastinates die wissenschaftliche Bedeutung der Plastination zu demonstrieren.

Gunther von Hagens zu der Gerichtsentscheidung:
„Das ist ein hervorragender Erfolg für die Demokratisierung der Anatomie und für die 6500 Körperspender, ohne die meine Arbeit nicht möglich wäre. Das Urteil setzt die in der Renaissance wurzelnde Tradition fort, nach der die Präsentation musealer Erlebnisanatomie keiner vorsorglichen staatlichen Reglementierung bedarf. Diese deutliche Absage an anatomische Sehzensur ermöglicht nunmehr die uneingeschränkte Präsentation wissenschaftlicher Plastinate in ästhetisch-didaktischer Pose wie dem in Stuttgart zuvor verbotenem Plastinat des betenden Skeletts.

Dieser Meileinstein deutscher anatomischer Rechtsprechung orientiert sich an der liberalen internationalen Praxis. Denn nur in Deutschland wurden die Körperwelten bisher zensiert, nicht jedoch in den zehn anderen Ländern Europas, Asiens und Amerikas, in denen sie auf Tour war. Das Urteil legt damit die Grundlage für eine Rückkehr der Ausstellung KÖRPERWELTEN nach Deutschland. Ich freue mich nunmehr, die Ausstellung den Bürgern Stuttgarts unzensiert zeigen zu dürfen. Da das Institut für Plastination zwischenzeitlich in den USA längerfristige Verpflichtungen eingegangen ist, bitte ich um Verständnis dafür, dass der genaue Zeitpunkt einer Rückkehr gegenwärtig noch nicht absehbar ist.“

Das Urteil des VGH Mannheim als pdf-File. 

zurück