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Gunther von Hagens´ PLASTINARIUM in Guben nach Neukonzeption und Umbau wieder geöffnet!Guben, 22. April 2010 - Es ist soweit! Gunther von Hagens´ weltweit einmaliges PLASTINARIUM öffnet am 28. Mai 2010
erneut seine Pforten. Nach aufwendigem Umbau wurde jetzt auf 3.000
Quadratmetern ein Anatomisches Kompetenzzentrum geschaffen, das in
seiner didaktischen Stärke einzigartig ist. Mittlerweile beschäftigt
die Gubener Plastinate GmbH, deren Aushängeschild das PLASTINARIUM ist,
200 Mitarbeiter. Gut 100.000 Besucher aus 45 Ländern besuchten das
PLASTINARIUM zwischen November 2006 und Dezember 2008. Sie trugen mit
ihren Anregungen wesentlich zur jetzigen Neukonzeption des
PLASTINARIUMS als „Anatomisches Kompetenzzentrum" bei. Im wiedereröffneten PLASTINARIUM wird die Demokratisierung der Anatomie verwirklicht, indem es jedem Besucher
das Lernen und Lehren an echten anatomischen Präparaten ermöglicht
wird, hierzu sind die in Guben gefertigten Ganzkörper- und
Scheibenplastinate besonders geeignet. Die
ehemalige Präparationswerkstatt wird in eine Lernwerkstatt umgewandelt
und bietet Ärzten, Studenten, Heilberuflern und medizintechnischen
Unternehmen anhand plastinierter Unikate, sowie ausgewählten Modellen
und Tafeln praxisnahe Ausbildungs- und Forschungsmöglichkeiten auf
hohem Niveau. Auch dem medizinischen Laien wird in persönlichen
Gruppen-Führungen durch erfahrene Mitarbeiter ein Einblick in die
Komplexität der Anatomie des Körpers gewährt. Außerdem werden künftig
Plastinationskurse und Anatomische Darstellungskurse unter der Leitung
von Gunther von Hagens angeboten. Im
PLASTINARIUM kann man Räumlichkeiten für Präparations- und
Operationskurse buchen. So leistet das PLASTINARIUM einen wichtigen
Beitrag zur anatomischen Fachausbildung. Als anatomisches Lehr- und
Lernzentrum präsentiert es sich in drei hintereinander liegenden
Bereichen: Die Anatomie- und Konservierungsgeschichte, die große Lehr-
und Lernwerkstatt und schließlich der Schau- und Verkaufsraum.
Dort startet mit der Wiedereröffnung der Verkauf von Silikon- und
Scheibenplastinaten. Verkaufsbeschränkte menschliche Plastinate sind
nur für qualifizierte Nutzer wie Ärzte, Professoren, Lehrinstitutionen,
Krankenhäuser etc. bestimmt. Käufer verkaufsbeschränkter tierischer
Plastinate, wie Elefant oder Nashorn, haben spezielle
Verwendungsbestimmungen zu beachten. Preislich liegen die Plastinate
oder perfekte Kopien davon zwischen 80 und 15.000 Euro pro Präparat. So
kostet etwa eine menschliche Unterschenkel-Scheibe 80 Euro, eine
Kopfscheibe bis zu 1.500 Euro und eine frontale Ganzkörperscheibe etwa
11.000 Euro. Des Weiteren werden Körperglasscheiben von Pferdehuf (125
Euro), Elefanten, Giraffen und anderen Tieren angeboten. Besucher
können nach vorheriger Anmeldung das PLASTINARIUM in unterschiedlicher
Weise kennen lernen. Die Anmeldung erfolgt telefonisch, persönlich oder
im Internet unter info@plastinarium.de. Spontan-Besucher haben vor Ort die Möglichkeit, sich bei freien Kapazitäten einer der Führungen anzuschließen. Angebotspalette des PLASTINARIUMS: 1. Führungen durch das PLASTINARIUM/Anatomische Kompetenzzentrum Diese
Führung ist ein Rundgang durch drei Bereiche des PLASTINARIUMS. Dem
Besucher wird dabei als Erstes die Geschichte der Anatomie, der
Konservierungstechniken und der Plastination kennen lernen. Danach geht
es in den eigentlichen Lern- und Lehrbereich, der sich in fünf
didaktisch aufbereitete Stationen unterteilt. Diese sind mit echten
Plastinaten und themenspezifischen Unterrichtsmaterialien ausgestattet
und gewähren dem Besucher detailliertes Wissen vom Bewegungsapparat,
Herz-Kreislauf-System, Verdauungstrakt, Nervensystem und vom
Urogenitalsystem. Neues Highlight: Mit dem Besuch des Schau- und
Verkaufsraums endet der Rundgang. Veranstaltung: Montag bis Freitag mind. zweimal täglich, Samstag und Sonntag mit Anmeldung Dauer: rund 2 Stunden, 15-20 Teilnehmer Preise: Erwachsene 12,00 Euro Gruppen (ab 15 Pers.) 8,00 Euro je Teilnehmer Kinder & Jugendliche (bis 18 J.), Schüler, Studenten, Zivis, Rentner, Gubener Bürger und ermäßigte Personen 8,00 Euro 2. Betriebsführungen Diese
Führung beginnt dort, wo der Rundgang durch PLASTINARIUM/Anatomisches
Kompetenzzentrum endet. Beginnend mit einem Blick auf die einzelnen
Produktionsgebäude von einer Aussichtsplattform eröffnet sich die
Geschichte von Gebäuden, der Stadt und der Gubener Plastinate GmbH. Der
Besucher durchläuft die wichtigsten Produktionsstationen, von der
Anlieferung des Körperspenders bis zur Härtung der Plastinate. Veranstaltung: Montag bis Freitag mind. einmal täglich, Samstag und Sonntag mit Anmeldung Dauer: rund 2 Stunden, 15-20 Teilnehmer Preise: Erwachsene 12,00 Euro Gruppen (ab 15 Pers.) 8,00 Euro je Teilnehmer Kinder & Jugendliche (bis 18 J.), Schüler, Studenten, Zivis, Rentner, Gubener Bürger und ermäßigte Personen 8,00 Euro 3. Tageskarten Mit
einer Tageskarte erwirbt man freien Zugang zur Lernwerkstatt. Schülern,
Studenten, Azubis und anatomisch Interessierten wird in den fünf
Lernbereichen Bewegungsapparat, Herz- Kreislauf-System,
Verdauungstrakt, Nervensystem und Urogenitalsystem die Möglichkeit
geboten, anhand bereitgestellter Plastinate, Modellen und Fachbüchern
ihr anatomisches Wissen im Selbststudium zu vertiefen und sich auf
Prüfungen vorzubereiten. Veranstaltung: werktags 8-20 Uhr, Samstag und Sonntag mit Anmeldung Dauer: 12 Stunden Preise: Erwachsene 30,00 Euro Gruppen (ab 15 Pers.) 20,00 Euro je Teilnehmer Kinder & Jugendliche (bis 18 J.), Schüler, Studenten, Zivis, Rentner, Gubener Bürger und ermäßigte Personen 20,00 Euro 4. Kurse Um
eine qualitativ hochwertige Bildung zu unterstützen, werden künftig
regelmäßig Plastinationskurse und Anatomische Darstellungskurse unter
der Leitung von Dr. med. Gunther von Hagens angeboten: Im Plastinationskurs
erlernen die Teilnehmer in einem mehrtägigen Workshop die
Konservierungstechnik der Plastination. Dabei erlernt er, begleitet von
erfahrenen Mitarbeitern, die einzelnen Plastinationsschritte in einer
dafür erbauten Lernwerkstatt. Im Anatomischen Darstellungskurs
erwirbt der Teilnehmer theoretisches Wissen über die Anatomie und
wendet dieses zur Vertiefung in der Praxis an. Der Kurs gibt einen
Überblick über die Grundstrukturen des Körpers. Die in der Theorie
erlernten anatomischen Strukturen werden im praktischen Teil des Kurses
geübt. 5. Nutzung als Schulungs- und Kongresszentrum Die
zu mietenden Räumlichkeiten unterteilen sich in Seminarräume (bis 30
Personen), die Lernwerkstatt und den Präparationssaal. Lehr- und
Lernmaterialien werden als Plastinate, Fachbücher, Modelle, Schautafeln
und moderne Medien (Internet-Anschluss, Beamer, Whiteboards, etc.) zur
Verfügung gestellt. Der Präparationssaal kann sowohl für Präparations-
als auch Operationskurse genutzt werden. Preise auf Anfrage. 6.
Sonderveranstaltungen
Auf Anfrage werden auch besondere Events wie
eine Hochzeit im Ambiente des PLASTINARIUMS für Medizinerbräute oder
auch Mitternachts-Führungen angeboten. Die Räumlichkeiten des
PLASTINARIUMS mit anatomischem Ambiente können aber auch für
Festlichkeiten jeglicher Art wie Jugendweihen, Jubiläen, Kleinkongresse
oder Kurse jeglicher Art angemietet werden. Preise auf Anfrage. Das
PLASTINARIUM Guben hat ab 28. Mai 2010 täglich von 8-20 Uhr geöffnet! Kontakt: Pressestelle Gubener Plastinate GmbH Alte Poststraße 26 03172 Guben Tel.: 03561-5474197 E-Mail: info@plastinarium.de www.plastinarium.de zurück
Das PLASTINARIUM in Guben wird modernisiert: Ab 1. Januar 2009 vorübergehend geschlossen. Wiedereröffnung im Frühjahr 2010
Mehr
als 100.000 Menschen haben das Plastinarium seit Eröffnung im November
2006 besucht, darunter Mediziner und Interessierte aus 45 Ländern. Das
Plastinarium hat sich damit als Lehreinrichtung weltweit etabliert. Um
seine Spitzenposition als einzigartige Bildungsinstitution auszubauen,
wird das Plastinarium in den nächsten Monaten umstrukturiert und ab
Januar 2009 für die Öffentlichkeit vorübergehend geschlossen.
Als
modernisiertes anatomisches Bildungszentrum wird es im Mai 2010 wieder
eröffnet. Die bisherigen Bereiche Anatomiegeschichte und
Präparationstechniken werden interaktiver gestaltet werden. Neu hinzu
kommt ein Verkaufsschauraum für anatomische Präparate. Schülern,
medizinischen Heilberuflern, Ärzten und medizintechnischen Unternehmen
werden praxisnahe Ausbildungs- und Forschungsmöglichkeiten auf
unterschiedlichem Niveau angeboten werden, zum Beispiel
Operationstraining für Ärzte oder Prothesenentwicklung für Patienten.
Die
Herstellung von Plastinaten für Lehr- und Lehrinstitutionen in aller
Welt wird auch weiterhin Hauptaufgabe des Plastinariums sein.
Ab 10. Januar 2009 KÖRPERWELTEN in Heidelberg
Während
der Zeit der Umstrukturierung können Anatomie-Interessierte die neu
konzipierte Ausstellung mit dem Titel „KÖRPERWELTEN & Der Zyklus
des Lebens“ besuchen, die vom 10. Januar bis zum 26. April 2009 in
Heidelberg gastiert. Anschließend wird sie in weiteren Städten im
deutschsprachigen Raum gezeigt.
Plastinarium Online
Noch
2009 wird eine Bilddatenbank mit den besten Plastinaten ins Internet
gestellt und dort im virtuellen Gubener Plastinarium zu sehen sein.
Diese Bilddatenbank wird dann Schritt für Schritt zur
Online-Lernplattform ausgebaut. Mit dieser anatomischen
Online-Lernplattform will Gunther von Hagens weiter dazu beitragen,
Guben als Gesundheitsstadt zu etablieren.
Bis Ende des Jahres ist das Plastinarium jede Woche von Freitag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 geöffnet!
28.11.08 Pressestelle Gubener Plastinate GmbH Alte Poststraße 26 03172 Guben www.plastinarium.de zurück
Der 25 MILLIONSTE BESUCHER BEI DEN KÖRPERWELTEN Heidelberg, Mai 2008
In dieser Woche begrüßen Gunther von Hagens' KÖRPERWELTEN
ihren 25-millionsten Besucher in Los Angeles, in Milwaukee, in
Baltimore oder im englischen Manchester. Diese Zahl markiert eine
Sternstunde in der Geschichte der Museumsaustellungen.
Seit Gunther von Hagens im Jahre 1996 die ersten KÖRPERWELTEN im Tokio National Science Museum in Japan präsentierte, haben die inzwischen vier KÖRPERWELTEN-Ausstellungen bei Besuchern in 45 Städten in 11 Ländern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Die KÖRPERWELTEN-Ausstellungen
gelten inzwischen als neue Museumserfahrung und haben den plastinierten
Körper zu einem Bestandteil von Museumskultur zeitgenössischen
Bewusstseins gemacht. Auch ist es der Ausstellung gelungen, unser
Verständnis von Empfängnis und Tod zu verändern, indem sie die Besucher
zu tiefem Nachdenken über religiöse und philosophische Fragen angeregt
hat.
Jeff Rudolph, Präsident des California Science Center, Los
Angeles, und selbst Körperspender: “Die Ausstellungen haben uns nicht
nur mehr und anderes Publikum beschert … sondern auch unseren Ruf als
Bildungseinrichtung im naturwissenschaftlichen Bereich gestärkt”.
Wissenschaftler
aus den Vereinigten Staaten, die 70.000 Besucherkommentare auswerteten,
schreiben 2007 im Journal of Medical Humanities*: “Die Ausstellung ist
für viele Besucher, darunter Laien und solche mit medizinischem
Fachwissen, in starkem Maße eine Art Meditationsraum, in dem sie zur
Reflektion über ihre eigene persönliche und gesellschaftliche
Identität, zu ihrer Beziehung zum Universum oder zu Gott sowie über
Sinn und Zweck des Lebens angeregt werden ... Die Gästebücher der
Ausstellung spiegeln häufig die sozialen, politischen und ideologischen
Streitfragen unserer Gesellschaft wider, werden so zu einer Art
fortwährender Diskussion der besonders strittigen Punkte und bilden
eine Art Mikrokosmos der kulturellen Grabenkämpfe, die derzeit in der
Gesellschaft insgesamt ausgefochten werden.”
Gunther von Hagens,
Grenzgänger und intellektueller Abenteurer der Art, wie sie die
Menschheit manchmal braucht, der 2006 vom Museum of Science &
Industry in Chicago als ein “Leonardo da Vinci unserer Zeit”
ausgezeichnet wurde, dienen die Ausstellungen menschlicher
Selbsterkenntnis: “Das anatomische Interesse der Laien war bisher auf
das Körperäußere beschränkt. Das darunter liegende Körperinnere war
eher unbekannt und ängstigte, wenn es bei Herzinfarkt, Meniskusschaden
und Darmkrebs versagte. Nach 25 Millionen Besuchern der KÖRPERWELTEN-Ausstellungen
hat sich eine neue anatomische Wertschätzung des Körpers entwickelt und
wurde zur Basis bewusster Gesundheitsvorsorge: Umfrageergebnisse
belegen, dass 9% der Besucher nach dem Ausstellungsbesucher weniger
oder nicht mehr Rauchen und 50% mehr Sport treiben. Damit hat die
Ausstellung KÖRPERWELTEN Anatomie lebendig, weil massentauglich gemacht.”
14. Mai 2008 Pressestelle
Institut für Plastination hd.pressoffice(at)plastination.com *
Charleen M. Moore and C. Mackenzie Brown, Experiencing Body Worlds :
Voyeurism, Education, or Enlightenment?, Journal of Medical Humanities,
2007, Vol. 28, Nr. 4
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Offener Brief an die Staatsanwaltschaft Heidelberg
An die Staatsanwaltschaft Kurfürsten-Anlage 23 69115 Heidelberg Protestnote Chinesischer Mitarbeiter des Plastinariums
Sehr geehrte Staatsanwaltschaft,
Entsprechend
dem Beschluss des Amtsgerichts Heidelberg vom 21.02.2008 leiteten Sie
als Staatsanwaltschaft Heidelberg am Mittwoch vergangener Woche die
Überprüfung von Büros und Plastinationsräumlichkeiten des Instituts für
Plastination in Heidelberg und der Gubener Plastinate GmbH in Guben
sowie die Überprüfung der ordnungsmäßigen Beschäftigung polnischer
Mitarbeiter. Den Ihnen offenbar unterstellten Einsatzkräften der
Zollbehörden wurden durch unsere Mitarbeiter Einsicht in sämtliche
Personalunterlagen gewährt, die belegen, dass keine illegalen
Beschäftigungsverhältnisse bestanden oder bestehen. Ich bin zutiefst
davon überzeugt, dass sich in Guben wie auch in Heidelberg der
behördliche Verdacht der Scheinselbstständigkeit polnischer
Selbstständiger in Luft auflösen wird. Bei der Überprüfung in
den Büroräumen war das Auftreten Ihrer Beamten gegenüber den deutschen
Mitarbeitern von Höflichkeit und Respekt geprägt. Im Gegensatz dazu
legten Ihre Beamten den polnischen Selbstständigen gegenüber jedoch
einen ausgesprochen ruppigen Ton an den Tag und schüchterten diese
durch Suggestivfragen ein. Ein im Villenbereich in Guben von der Leine
gelassener Schäferhund ohne Maulkorb sorgte für unnötig zusätzlichen
Stress. Als nicht akzeptabel in Ton und Durchführung gestaltete
sich die arbeitsrechtliche "Überprüfung" der chinesischen Mitarbeiter,
die sich öffentlich angeprangert fühlen. Dies ist auch der Kernpunkt
meines Schreibens. Die chinesischen Mitarbeiter fertigten dazu eine
Protestnote, die ich Ihnen hiermit öffentlich zustelle. Wie Sie daraus
ersehen können, bestehen die chinesischen Spezialisten auf einer
Entschuldigung für das demütigende Vorgehen der Behörde. Die
persönliche Beschwerde des Leiters der chinesischen Spezialisten, Herr
Li RongZhe, ist diesem Schreiben beigefügt. Bisher ist noch kein
chinesischer Mitarbeiter abgereist, auch wurde die Protestnote bisher
nicht an den chinesischen Botschafter übermittelt. Nehmen Sie
bitte zur Kenntnis, dass ich mich bereits intensiv um die Deeskalation
der Emotionen bemüht habe. Besonders hilfreich war dabei das Gespräch
mit dem Redaktionsleiter des “Tagesspiegel” in Berlin am Donnerstag
(15. 04. 2008) vergangener Woche. Die Protestnote wird zurzeit vom
Fachübersetzer ins Deutsche übersetzt. Sie wird Ihnen nach
Fertigstellung zugehen. Dass der Protest der chinesischen
Mitarbeiter auch von Gubener Bürgern mitgetragen wird, entnehmen Sie
bitte dem mir heute zugegangenen Leserbrief des Gubener Bürgers Herrn
Wolfgang Teske, der mich davon überzeugte, in Guben zu investieren (s.
Anlage). Er stand am “Weg der Schande”, wie die Chinesen ihre
öffentliche Herabwürdigung in Guben bezeichnet haben. Für die Richtigkeit Gunther von Hagens Heidelberg, Montag, 21. April 2008 ---------------------------------------- Bild: Text: Chinesische Mitarbeiter beim Besuch des Tagesspiegels am 18.4.2008. - Foto: Kai-Uwe Heinrich
Bildlink 1: FAZ online "Verdacht der Schwarzarbeit bei Leichenpräparation" 16. April 2008 Videolink 1: Bild online "Von Hagens im Visier der Zollfahnder" 16. Apil 2008 Videolink 2: Bild online "Razzia bei Dr. Tod – Schwarzarbeit bei Gunther von Hagens?" 16. Apil 2008
http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/04/16/gunther-von-hagens/razzia,geo=4287520.html
<http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/04/16/gunther-von-hagens/razzia,geo=4287520.html>
Text zum Bild- und Videolink: Zollbeamte mit chinesischen Experten in
Guben auf dem “Weg der Schande”. Lesen Sie dazu die Protestnote der
chinesischen Mitarbeiter des Plastinariums.
---------------------------------------- Protest gegen entwürdigende Behandlung durch deutsch Zollbeamte (Übersetzung aus dem Englischen)
Wir,
die unterzeichnenden 23 chinesischen Bürger und international
anerkannten Plastinationsfachleute, erklären unseren Protest. Am
Mittwoch, den 16. April 2008, betraten 15 grün uniformierte Zollbeamte
ohne gültigen Durchsuchungsbeschluss, Ankündigung oder Erklärung unsere
Arbeitshalle im Plastinarium in Guben in Ostdeutschland, ohne ihren
Dienstrang oder Namen zu nennen. Einige von uns befürchteten sogar,
nunmehr im Gewahrsam des deutschen Geheimdienstes zu sein, der prüfen
wollte, ob wir in der Spionage tätig wären.
Unseren Fragen begegnete man mit lautstark geäußerten Befehlen, die wir
zunächst überhaupt nicht verstehen konnten. Ungeachtet der ungeheuren
emotionalen Belastung gestattete man uns weder, Gunther von Hagens noch
einen Dolmetscher hinzuzuziehen. Stattdessen drohte man dem ehrenwerten
chinesischen Leiter unserer Gruppe, LiRong Zhe mit Handschellen, sollte
er nicht sofort jede Diskussion einstellen und sich wie gewünscht still
verhalten.
Was dann folgte, war eine peinliche Vorführung. Wir wurden von
uniformierten Deutschen in Gruppen über die Uferstraße in Guben
eskortiert, wo die deutschen Medien bereits auf uns warteten. Innerhalb
weniger Stunden war unsere Privatsphäre zerstört. Bilder dieses
peinlichen Marsches, auf denen unsere Gesichter genau zu erkennen sind,
gelangten zusammen mit der Behauptung, wir wären Schwarzarbeiter,
praktisch ohne Verzögerung ins Internet und fanden sich später in
Zeitungen in aller Welt wieder. Selbst Presseagenturen in Indien und
China veröffentlichten Berichte über diese Razzia. Wütende
Telefonanrufe unserer Nachbarn und Freunde in China waren die Folge.
Wie wir später erfuhren, kümmerte die uniformierten Zollbeamten weder
Menschenwürde noch Menschenrechte. Diese „peinliche Parade durch die
Straßen von Guben“ ist entwürdigend für uns. Bislang unterstützt nur
die Berliner Tageszeitung „Der Tagesspiegel“ unser Recht, unseren Ruf
zu verteidigen. Der „Tagesspiegel“-Chefredakteur Gerd Nowakowski
erläuterte uns, dass die Schuld dafür, dass wir nun öffentlich als
Schwarzarbeiter und Steuerhinterzieher verdächtigt werden, nicht bei
den Medien, sondern bei der deutschen Exekutive zu suchen sei. Die
deutschen Medien, so sagte er, können natürlich nur so gut sein, wie
die Informationen, die sie erhalten - in unserem Fall von der
Zollbehörde.
Soweit uns bekannt ist, gab es in der Geschichte der
deutsch-chinesischen Beziehungen bisher noch nie eine vergleichbare
herabwürdigende Behandlung einer chinesischen Besuchergruppe durch die
deutsche Exekutive. Indem sie uns der öffentlichen Lächerlichkeit
preisgegeben haben, machten die für die Razzia Verantwortlichen
deutlich, dass sie keinen Respekt vor unseren Menschenrechten haben.
Niemand unter unseren deutschen Kollegen, nicht einmal Gunther von
Hagens selbst, konnte uns genau erklären, was „Scheinselbstständigkeit“
- so die offizielle Begründung für die Razzia - eigentlich bedeutet.
Ein einziger Anruf beim Landratsamt in Forst hätte innerhalb von
Minuten gezeigt, wie lächerlich der Vorwurf der Scheinselbstständigkeit
in diesem Fall ist. Inzwischen haben wir erfahren, dass überhaupt nur
Rechtsexperten dieses besondere deutsche Gesetz in vollem Umfang
verstehen und es damit bestens geeignet ist, Unschuldige öffentlich
vorzuführen.
Ebenfalls lächerlich ist, dass wir uns diese Behandlung gefallen lassen
mussten, obwohl lediglich ein Durchsuchungsbefehl für polnische
Plastinatoren vorlag. Sehen wir vielleicht wie Polen, oder überhaupt
wie Europäer aus? Und haben wir nicht ganz deutlich Chinesisch
gesprochen, also in unserer Muttersprache? Dieses fremdenfeindliche
Klima trägt zu einem Negativimage von Deutschland bei, das abschreckend
auf Fachleute aus dem Ausland wirkt. Niemals wurden unsere deutschen
Kollegen im chinesischen Dalian einer solchen Behandlung ausgesetzt,
und auch in Zukunft haben sie eine solche nicht zu befürchten. Diese
öffentliche Anprangerung stellt eine inakzeptable Verletzung unserer
Menschenrechte dar und entwürdigt uns als chinesische Fachleute. Wir
alle verfügen über gültige Visa, Arbeitserlaubnisse und zahlen
selbstverständlich alle anfallenden Steuern. Derzeit befinden wir uns
in Gesprächen darüber, ob wir Deutschland aus Protest verlassen wollen.
Zunächst werden wir jedoch die deutsche Reaktion auf unsere Beschwerde
abwarten. Wir fordern hiermit von der verantwortlichen
deutschen Behörde, nämlich der Staatsanwaltschaft Heidelberg, eine
eindeutige Entschuldigung.
Unterzeichnet von: LiRongZhe,
GuoJingYuan, LiYan, XingDeYong, LiuWenMao, YinZhiJIe, LuoXiaoYang,
ZhouRui, NanJunJie, LiHuaMan, FanYeXian, GongXiaoLing, SongShiMin,
ShaoChangGeng, Chuhang, LiangQIJi, ZhengGuangChen, JinGuangLong,
WangChao, SunDeQiang, ZhaoShouLi, ZhaoXia, LiuXiaoFeng
Plastinarium in Guben, Montag, 21. April 2008
------------------------------------------------------- Bericht über die Razzia von LiRhong Zhe, dem fachlichen Leiter der chinesischen Spezialistengruppe in Guben (Übersetzung aus dem Englischen)LiRong
Zhe, fachlicher Leiter der Gruppe. Nachstehend mein Bericht über den
Ablauf der Ereignisse vom vergangenen Mittwoch (16. April 2008): Zuerst
hörte ich, wie jemand heftig an die Außentüren des Gebäudes hämmerte,
in dem ich arbeite. Ich ging nach draußen und öffnete die Außentür.
Davor standen etwa 15 uniformierte Männer, von denen ich weder wusste,
woher sie kamen, noch verstand, was sie wollten. Da kein Dolmetscher
dabei war, verstand ich kein Wort von dem, was sie sagten. Sie hielten
lediglich ein Papier hoch, während sie es filmten, was für uns völlig
unverständlich war. Ohne weiteren Kommentar drängten sie dann alle
gleichzeitig ins Gebäudeinnere. Als Abteilungsleiter nahm ich mein
Telefon heraus, das mir jedoch sofort entrissen wurde. Ich fragte,
warum sie mir mein Telefon abgenommen hätten, denn ich wollte doch
lediglich einen Anruf machen. Sie riefen, dass Telefonieren nicht
erlaubt sei, und forderten mich auf, die zweite Tür zu öffnen.
Währenddessen filmte einer der Zollbeamten. Ich erklärte ihm: „Hier
dürfen Sie nicht filmen. Ich habe keinen Schlüssel. Wenn Sie hinein
wollen, brauchen Sie die Genehmigung meines Chefs. Sie antworteten
nicht, sondern donnerten nur gegen die zweite Tür. Als sie in die
Werkstatt kamen, wollte ich das Telefon dort auf dem Tisch benutzen,
aber ein Zollbeamter hielt mich davon ab. Sie forderten mich auf, mich
„auf den Stuhl zu setzen und nicht zu bewegen“. Ich folgte dieser
Aufforderung nicht und wollte abermals nach dem Telefon greifen. Ein
Zollbeamter hielt mich abermals davon ab, forderte mich auf, mich zu
setzen und nicht zu bewegen. Ich argumentierte: „Ich habe kein
deutsches Gesetz gebrochen, warum überprüfen Sie mich? Ich denke, der
deutsche Zoll ist höflich, warum sind Sie so unhöflich? Sie verletzen
meine Menschenrechte." Der Zollbeamte antwortete mir nicht. Einer der
anderen Zollbeamten zeigte mir seine Handschellen und machte mir
deutlich, dass er das Recht hätte, mich zu verhaften, sollte ich mich
ihnen widersetzen. Ich schrie weiter und erklärte, dass ich einen
Dolmetscher für Englisch und Deutsch bräuchte. Die übrigen Zollbeamten
durchsuchten alles und überprüften unsere Kollegen. Sie forderten mich
wieder auf, mich nicht zu bewegen. Dann führten sie mich zur Wohnung,
um meinen Reisepass zu holen. Zuerst ließen sie mich nicht in die
Wohnung gehen, um meinen Pass zu holen. Dann passierte das Schlimmste:
Wir wurden von den uniformierten Deutschen wie Verbrecher die Straße
entlang geführt, wo wir von bereits informierten deutschen
Medienvertretern gefilmt und fotografiert wurden, die offensichtlich
auf uns gewartet hatten. Die in keiner Weise unkenntlich gemachten
Bilder wurden in ganz Deutschland verbreitet und stellten uns als
Schwarzarbeiter da. Da wir inzwischen wissen, dass der
Durchsuchungsbeschluss sich nicht auf Chinesen sondern auf Polen bezog,
sieht es ganz so aus, als ob dieses Verhalten absichtlich gegen uns als
chinesische Gruppe eingesetzt und inszeniert wurde. Die Deutschen
wurden viel höflicher behandelt, was nochmal unterstrich, dass wir
absichtlich als minderwertig behandelt wurden. Ich habe folgende Beschwerden gegenüber der Zollbehörde: 1.
Wir sind legal hier, weshalb man uns nicht auf so unhöfliche Weise
überprüfen darf. Bevor man uns prüft, soll man uns informieren, um was
es bei der Überprüfung geht. 2. Während der Überprüfung sind meine Bürgerrechte zu wahren. Es darf nicht zu Beleidigungen kommen. 3.
Nachdem er unsere Reisepässe und Dokumente überprüft hatte, erläuterte
uns der Chefredakteur des „Tagesspiegels“ dass der Zoll keine falschen
Informationen weitergeben darf, die zu irreparablen Folgeschäden führen
könnten. 4. Wenn die Medien schon vorab über eine Razzia informiert
werden, so haben sie die moralische Verpflichtung, sie ordnungsgemäß zu
informieren, damit eine Verletzung meiner Bürgerrechte vermieden wird. Ich
fordere, dass sich die deutschen Beamten der Exekutive, die für die
herabwürdigende Behandlung verantwortlich sind, bei uns entschuldigen. LiRong Zhe zurück
Keine Scheinselbstständigkeit
16. April 2008
Beamte
der Zollbehörden haben heute in den Räumlichkeiten des Instituts für
Plastination und Plastinariums die ordnungsmäßige Beschäftigung
polnischer Mitarbeiter überprüft. Den Beamten wurden durch die
Mitarbeiter Einsicht in sämtliche Personalunterlagen gewährt, welche
belegen, dass keine illegalen Beschäftigungsverhältnisse bestanden oder
bestehen.
Ich bin davon überzeugt, dass die heutige Überprüfung
wie frühere Untersuchungen der Behörden alsbald jeglichen Verdacht der
Scheinselbstständigkeit zerstreuen wird. Als in der Öffentlichkeit
stehende Person ist es mir eine Selbstverständlichkeit, mich stets
gesetzeskonform zu verhalten. Dem Ergebnis des behördlichen Verfahrens
sehe ich daher mit großer Gelassenheit entgegen.
Als befremdlich
empfinde ich es gleichwohl, dass zeitgleich mit den Mitarbeitern der
Zollbehörden auch Presse und Fernsehen (ZDF, RNF) in großer Zahl
anrückten. Dies ruft bei mir den Eindruck hervor, dass die Behörden die
arbeitsrechtliche Überprüfung bei einer Person der Zeitgeschichte dazu
nutzen wollten, auf sich selbst aufmerksam zu machen, obwohl solche
Prüfungen in Deutschland täglich tausendmal stattfinden.
Für die Richtigkeit
Gunther von Hagens zurück
Präparate der Körperwelten-Austellungen stammen aus dem deutschen Körperspenderprogramm
HEIDELBERG, 18.2.2008. Das Institut für Plastination spricht dem Nachrichtenmagazin 20/20 des US-Fernsehsenders ABC für seine Nachforschungen zur Herkunft der Körper in öffentlichen Anatomieausstellungen ein deutliches Lob aus. Die Sendung informierte die Öffentlichkeit über anatomische Ausstellungen im Allgemeinen und klärte insbesondere darüber auf, woher die für die Ausstellungen verwendeten Leichen stammen.
Zwei etwas vage Aussagen des Anatomen Dr. Gunther von Hagens gegenüber 20/20 möchte das Institut für Plastination jedoch präzisieren, da sie bei der Nachrichtenagentur Associated Press, anderen Medien und in der Öffentlichkeit Verwirrung über die Herkunft der Körper in den KÖRPERWELTEN-Ausstellungen stiften könnten.
In dem vollständig auf Englisch (der Zweitsprache von Dr. von Hagens) geführten Interview sagte er, dass er „die Verwendung von Leichen aus China eingestellt", sowie dass „er einige Leichen mit Kopfverletzungen eingeäschert" hätte. Diese unvollständigen Aussagen können, wenn sie ohne Kontext und außerhalb eines chronologischen Zusammenhangs wiedergegeben werden, zu dem Trugschluss führen, Dr. von Hagens hätte früher chinesische Leichen in den KÖRPERWELTEN-Ausstellungen verwendet und diese Praxis inzwischen aufgegeben.
Dies ist nicht der Fall. Im Interview versäumte Dr. von Hagens darauf hinzuweisen, dass er von 2003 bis 2004 häufig von chinesischen Universitäten ersucht wurde, die Plastination anatomischer Präparate aus den jeweiligen medizinischen Fakultäten durchzuführen. Die Präparate wurden von diesen Universitäten zur Plastination an Dr. von Hagens geliefert und nach erfolgter Plastination wieder an die Universitäten überstellt. Dr. von Hagens erläuterte in dem Interview nicht, dass er sich auf diese sekundäre Plastinationsarbeit für medizinische Fakultäten bezog und nicht etwa auf seine Haupttätigkeit, nämlich die Spenderplastination für die KÖRPERWELTEN-Ausstellungen.
Es ist aber tatsächlich so, dass - mit Ausnahme einiger Föten aus historischen Anatomiesammlungen aus der Zeit vor 1930 und einigen kleinen Organen aus Anatomie- und Pathologieeinrichtungen einiger Krankenhäuser - sämtliche Präparate in den KÖRPERWELTEN (über 180 von 200 Präparaten pro Ausstellung) aus dem Körperspenderprogramm des Instituts für Plastination stammen, das 1982 in Heidelberg ins Leben gerufen und seit 1993 vom Institut für Plastination betrieben wird.
Im Januar 2008 waren im Körperspenderverzeichnis des Instituts für Plastination insgesamt 8244 lebende Spender aus aller Welt (darunter 7076 Deutsche und 659 Amerikaner) und 546 verstorbene Spender (darunter 538 Deutsche und 8 Amerikaner) registriert.
Das Institut für Plastination entschuldigt sich für die Missverständnisse, die aus den ungenauen Aussagen von Dr. von Hagens in einer Sprache entstanden sind, die er zwar überaus schätzt, die jedoch nicht seine Muttersprache ist.
Weitere Informationen erteilt auf Nachfrage gerne: Institut für Plastination - Pressestelle hd.pressoffice@plastination.com
zurück
Erklärung zum Verkauf menschlicher Plastinate Heidelberg, 5. Februar 2008
Als Erfinder der Plastination und öffentlicher Anatom fühle ich mich
vor allem den Meinungen und Wünschen der Körperspender verpflichtet.
Die Körperspende zur Plastination ist das ethische Rückrat der
Plastination und des PLASTINARIUMS in Guben. Der geplante
qualifizierte Verkauf von Plastinaten auf hohem ethischen Niveau erwies
sich bei näherer Prüfung schwieriger als zunächst gedacht. So stieß die
Ankündigung, Plastinate nicht an Laien abzugeben, bei einigen
Körperspendern auf Unverständnis, weil Verkaufsbeschränkungen
wissenschaftsfeindlich seien. Es gebe ja auch Privatgelehrte und
Wissenschaftler im Ruhestand. Ich möge Menschen nicht in Gruppen
einteilen, sondern mich an der Qualifikation der Anwender orientieren.
Durch diese Überlegungen kam ich kurzfristig zu der Meinung, dass beim
Verkauf menschlicher Plastinate nicht zwischen Laien und Fachleuten
unterschieden werden sollte, sondern dass Plastinate statt dessen an
qualifizierte Nutzer abgegeben werden sollten, zu denen auch Laien
gehören können. Nach intensiven Diskussionen mit Mitarbeitern,
Köperspendern und engagierten Journalisten musste ich jedoch erkennen,
dass eine solche Entscheidung mehr Fragen aufwirft als sie löst.
Beispielsweise wird es dann schwierig, die Merkmale eines
qualifizierten Nutzers eindeutig zu bestimmen und zu entscheiden,
inwieweit wissenschaftliche Interessen als Privatperson berücksichtigt
werden dürfen. Als Ergebnis der Diskussionen komme ich zu dem
Entschluss, dass eine Abgabe menschlicher Plastinate nur an etablierte,
öffentlich anerkannte Lehr- und Forschungsinstitutionen in Frage kommen
kann. Dazu gehören auch nicht, und das ist neu, individuelle Fachleute. Ich
bedaure, dass meine öffentlichen Überlegungen vorübergehend Zweifel an
meiner hohen ethischen Verantwortung als Plastinator genährt haben
könnten. Ich versichere deshalb, in Zukunft Überlegungen von solch
emotionaler Tragweite nur nach gründlicher Prüfung in die öffentliche
Diskussion einzubringen. Der verantwortliche Umgang mit den
Körperspendern des Instituts für Plastination ist mir eine große
Verpflichtung, der ich in Zukunft noch mehr als bisher gerecht werden
will. Gunther von Hagens 5. Februar 2008 zurück
Ein Jahr nach Eröffnung: Punktsieg für das Gubener PLASTINARIUM Am 17. November 2007 jährt sich die Eröffnung des PLASTINARIUMS zum ersten Mal. Plastinator Gunther von Hagens zieht nach einem erfolgreichen Jahr positive Bilanz:
"Als ehemaliges Kind der DDR, dort ausgebildet und nach Westdeutschland als politischer Häftling verkauft, werde ich im Januar 2008 aus Überzeugung Gubener Bürger, weil ich mir zur Konsolidierung meines Lebenswerkes keinen besseren Ort vorstellen kann. Davon überzeugte mich der überraschend große Zuspruch der Gubener Bevölkerung zum PLASTINARIUM, die Körperspende zur Plastination von inzwischen 83 Gubener Bürgern, das große Engagement von mittlerweile 105 Gubener Mitarbeitern im PLASTINARIUM und die Unterstützung der lokalen Politiker, insbesondere die von Bürgermeister Hübner und Landrat Friese. Mit dem jetzt entstehenden Weltzentrum der Plastination wird Guben zur Stadt der anatomischen Wissenschaften. Die ihr damit zuwachsende Internationalität passt zu ihrem Charakter als deutsch-polnische Grenzstadt."
PLASTINARIUM in Guben November 2006 - November 2007
Positive Beurteilung des PLASTINARIUMS durch die Besucher Insgesamt kamen im ersten Jahr 66 000 Besucher. In einer im Oktober 2007 durchgeführten Umfrage unter eintausend Befragten stellen die Besucher dem PLASTINARIUM ein gutes Zeugnis aus: 92 % der Besucher hat das PLASTINARIUM gut oder sehr gut gefallen und wollen das PLASTINARIUM weiter empfehlen, 86 % würden ein zweites Mal kommen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Besucher, nämlich 26 %, von Freunden und Bekannten auf das PLASTINARIUM aufmerksam gemacht wurden. Erstaunliche 27 % der Besucher haben bereits die Ausstellung KÖRPERWELTEN gesehen. Der Anteil der Frauen unter den Besuchern ist um 9 % höher als der der Männer. 8 % der Besucher legen Entfernungen von über 500 km zurück, aus dem Ausland kommen 13 % der Besucher, davon 9 % aus Polen.
Das PLASTINARIUM auf Erfolgskurs Die anfängliche Aufregung um das PLASTINARIUM hat sich gelegt. Wie auch die Ausstellung KÖRPERWELTEN hat das PLASTINARIUM nicht nur Freunde, sondern auch Gegner. Öffentliche Anatomie polarisiert offenbar; jeder hat eine Meinung dazu, auch diejenigen, die das PLASTINARIUM nie besucht haben und nie besuchen wollen. Dazu gehört der brandenburgische Bildungsminister Rupprecht, der in einem ZDF-Interview am 11.10.07 enthüllte, dass er kein Problem mit Plastinator Gunther von Hagens haben würde, wenn "das was er dort macht, hinter verschlossenen Türen laufen würde. Dann würde das Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze schaffen, und das wäre sehr lobenswert." Diese Einschränkung von Öffentlichkeit, so Gunther von Hagens, verträgt sich nicht mit der vom Grundgesetz garantierten Wissenschaftsfreiheit, die auch die Öffentlichkeit der anatomischen Wissenschaft einschließt. Wenn der Minister im Interview außerdem sagt: "Also ich habe genug gehört und auch gesehen ..., dass ich ihm nicht den Triumph gönnen werde, dieses Haus zu betreten.", so sieht Plastinator Gunther von Hagens auch in dieser Feststellung ein undemokratisches Öffentlichkeitsverständnis durchschimmern, „das den Eindruck erweckt, der historisch einmalige Schulbann des Ministers würde vornehmlich aus persönlicher Antipathie und einem DDR-nahen Obrigkeitsverständnis gespeist, der an das Westfernsehverbot der frühen DDR-Jahre erinnert."
Ein demgegenüber positives politisches Zeichen setzte das brandenburgische Kultusministerium, wenn es das PLASTINARIUM im Juni durch die Befreiung von der Umsatzsteuer "zu einer mit den Museen des Landes und des Bundes vergleichbaren kulturellen Einrichtung" erklärte. Diese Vergleichbarkeit wird vom Gesetzgeber als Voraussetzung für die Umsatzsteuerbefreiung gefordert (Umsatzsteuergesetz (§ 4 Nr. 20).
Insgesamt kann festgestellt werden, dass sich die Meinung in den brandenburgischen Ministerien allmählich der positiven Einschätzung der Bevölkerung und der Politiker vor Ort annähert. Gleiches trifft für die evangelische Kirche zu, die seit der Eröffnung des PLASTINARIUMS auf weitere Protestveranstaltungen und auf die zunächst öffentlich diskutierte Verfassungsklage verzichtete. Gunther von Hagens sieht diese Entwicklung als Zeichen gelebter Demokratie, zu deren Anstandsregeln es gehört, den mündigen Bürger nicht durch Sehverbote zu entmündigen.
Jahreschronik der Ereignisse im und um das PLASTINARIUM Mitarbeiterzahl Die Zahl der Mitarbeiter wurde im Laufes des Jahres allmählich auf jetzt 105 gesteigert. In zwei öffentlichen anatomischen Darstellungskursen wurden im Mai und im Oktober Mitarbeiter zu Plastinationsassistenten ausgebildet. Sowohl RTL (Sendung Traumjob) und das ZDF (Sendung Drehscheibe) berichteten darüber. Zahl der Körperspender Seit Eröffnung des PLASTINARIUMS hat sich die Zahl der registrierten Körperspender in Brandenburg mehr als verdoppelt. Sie liegt jetzt bei 520, davon 83 Gubener.Körperspendertreffen im September Mit 750 Teilnehmern und 54 Pressevertretern demonstrierte das erste Körperspendertreffen in Guben den Geist einer gewandelten Bestattungskultur. Immer mehr Menschen verzichten auf die traditionellen Formen der Erd- oder Feuerbestattung und entscheiden sich bewusst dafür, nach ihrem Tod als Plastinat im Museum medizinische Aufklärung zu leisten. Wissenschaftliche Vorträge zur rechtlichen Situation der Körperspende (Dr. Holger Schmitz, Berlin), zur Situation der Körperspende an deutschen Universitäten (Prof. Redies, Jena) und zur "öffentlichen Leiche im Wandel der Zeit" (Prof. Wetz, Schwäbisch-Gmünd) sorgten für ein hohes wissenschaftliches Niveau der Veranstaltung. Etablierung eines Körperspendezentrums Teile des Gebäudekomplexes rund um das PLASTINARIUM wurden für die Annahme verstorbener Körperspender vorbereitet. Die ersten Körperspender sollen dort Anfang 2008 mit dem Bodymobil aus den nördlichen Bundesländern eintreffen. Die verstorbenen Körperspender aus den südlichen Bundesländern werden weiterhin in Heidelberg angenommen. Anatomiefilme Im Mai 2007 produzierte der englische Fernsehsender Channel 4 unter Mitwirkung des britischen Roten Kreuzes im Filmstudio des PLASTINARIUMS einen dreiteiligen Fernsehfilm zum Thema Notfallmedizin. Vor wenigen Tagen, im November, folgten Filmaufnahmen zur Anatomie der Fettleibigkeit. Wirkung bis nach Polen Insgesamt 8200 polnische Bürger besuchten bis heute das Zentrum der Plastination. Auch der polnische Bürgermeister von Gubin, Herr Bartczak, kam mit Mitgliedern der Gubiner Stadtverwaltung und der Gubiner Tageszeitung in das PLASTINARIUM. Investitionen Am Jahrestag des PLASTINARIUMS beläuft sich die Gesamtinvestitionssumme einschließlich Arbeitslöhne auf 9,5 Millionen Euro.
Planungen für das zweite Geschäftsjahr des PLASTINARIUMS
| Jan. 2008: | Beginn des Körperspendeprogramms des PLASTINARIUMS
| | Febr. 2008: | Beginn der Herstellung von Verkaufsprodukten | | Apr. 2008: | Beginn des Werksverkaufs von Plastinaten | | Juli 2008: | Internationaler Plastinationskongress | | Sept. 2008: | Herstellung erster Großtierscheiben (Giraffe, Elefant) |
Guben, 15.11.2007 Pressestelle PLASTINARIUM Alte Poststraße 26/Uferstraße 03172 Guben zurück
Einladung Körperspender-Treffen im PLASTINARIUM in Guben - PLASTINARIUM als öffentliches Museum anerkannt
Am Samstag, den 8. September 2007 findet das 6. Körperspendertreffen im PLASTINARIUM in Guben statt. Es ist das erste Treffen der Körperspender in der Neißestadt. Das letzte Mal trafen sie sich vor zwei Jahren in Heidelberg. Über eintausend Teilnehmer aus dem In- und Ausland haben ihr Kommen zugesagt. Den Körperspendern wird nicht nur der öffentliche, sondern auch der nicht öffentliche, noch im Aufbau befindliche Teil des PLASTINARIUMS gezeigt. Im Mittelpunkt des Vormittagsprogramms stehen Vorträge renommierter Wissenschaftler über ethische, philosophische und juristische Aspekte der Körperspende. Außerdem wird über die in den USA gastierenden Körperwelten Ausstellungen berichtet. Akkreditierte Journalisten sind eingeladen, die Körperspender in den Programmpausen zu begleiten und zu interviewen. Von besonderem Interesse dürfte der am Nachmittag thematisierte, weil weiterhin schwelende politische Streit um das PLASTINARIUM sein, der kürzlich mit der Anerkennung des PLASTINARIUMS durch das brandenburgische Wissenschaftsministerium als öffentliches Museum (Zitat: “erfüllt die gleichen Aufgaben wie vergleichbare Einrichtungen des Bundes, der Länder”) einen neuen Höhepunkt erreicht hat. Das PLASTINARIUM wurde damit den öffentlichen Museen des Bundes und der Länder gleichgestellt. Die Tage des dazu im Widerspruch stehenden Schulbesuchsverbots des brandenburgischen Bildungsministers dürften deshalb gezählt sein. Denn dieser Schulbann beschädigt weiterhin als weltweit einmalige Beschränkung öffentlicher musealer Anatomie das demokratische Ansehen des Landes Brandenburg.
Die Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem beigefügten Tagesprogramm.
Gunther von Hagens (Plastinator)
Plastinator Gunther von Hagens packt in China ein und in Guben aus Gunther
von Hagens hat die Präparation menschlicher Präparate in China beendet.
Die Arbeiten werden im brandenburgischen Guben fortgesetzt. Alle zuvor
nach China geschickten anatomischen Präparate, die aus dem
Körperspendeprogramm des Heidelberger Instituts für Plastination
stammen, sind bereits in Guben eingetroffen. Die in China verbleibende
Tierplastination dient dazu, die dort getätigten Investitionen nicht
unter Wert verkaufen zu müssen. Mit dem Umzug nach Guben wird das dortige PLASTINARIUM zum weltweit größten Plastinationszentrum. Mit
dem Eintreffen der Präparate aus China öffnet heute, am Freitag, den 3.
August, 10.00 Uhr die „Größte Pastinateschau“ in Guben ihre Tore. Über
50 Ganzkörperplastinate sind im PLASTINARIUM jede Woche von Freitag bis
Sonntag, voraussichtlich bis Ende des Jahres, zu sehen. Danach werden
sie Guben in Richtung USA verlassen.
Hier Gunther von Hagens’ Pressebrief zum Thema China und Guben im Wortlaut: “Menschenplastination in China aufgegeben - Größte Plastinateschau jetzt in Guben”
Seit
1993 bin ich als Plastinator in Dalian, China tätig. Dort entstanden
die meisten Plastinate der bekannten KÖRPERWELTEN-Ausstellungen. Die
Chinesen mit ihrer feinmotorischen Geschicklichkeit garantierten
höchste präparatorische Qualität. Über achtzig Wissenschaftler und
Präparatoren habe ich über mehrere Jahre in Heidelberg in die Technik
der Plastination eingewiesen. 230 Mitarbeiter habe ich in meinem
Unternehmen in der chinesischen Hafenstadt Dalian beschäftigt. Doch
meine anfängliche Begeisterung ist verflogen. Wegen massiver
Schwierigkeiten habe ich jetzt die Plastination menschlicher Plastinate
in China ganz aufgegeben. Mir ging es zunächst so wie vielen von China
faszinierten Unternehmern. Der großartige Anfang ließ mich jede
Vorsicht vergessen: Chinesen sind gelehrig, arbeitsam und geschickt.
Die Medizinische Universität Dalian baute mir ein Plastinationsinstitut
und meine Tätigkeit als Gastprofessor garantierte Wissenschaftlichkeit.
Der damalige Bürgermeister Dalians, Bo XiLai, heute der Handelsminister
Chinas, ehrte mich 2001 mit dem Freundschaftspreis der Stadt Dalian.
Irritationen darüber, dass sich einige Plastinationsschüler selbständig
machten und Plastinate auf eigene Rechnung verkauften, habe ich
zunächst nicht wichtig genommen. Doch bald musste ich
feststellen, dass ich nicht mehr willkommen war; ein unliebsamer
Konkurrent, dessen Know-how man ausreichend abgeschöpft hatte. Bald
häuften sich behördliche Schwierigkeiten: Erweitungsbauten wurden
abgelehnt und Exporteinschränkungen behinderten die Ausfuhr bereits
plastinierter Körperspender. Lokale Behörden drängten mich gar, das
Unternehmen ganz aufzugeben. Anonyme chinesische Beschuldigungen, ich
hätte mich als deutscher Professor ausgegeben oder ich würde
Hingerichtete zur Plastination verwenden, wurden in Deutschland
vorschnell für bare Münze genommen und schadeten meinem
wissenschaftlichen Ruf. Diesen Unterstellungen konnte ich, wenn auch
erfolgreich, nur auf langwierigem Rechtsweg begegnen. Gegenwärtig
touren weltweit mehr als fünfzehn chinesische Körperausstellungen. So
sind schlechte Kopien meiner Ausstellung KÖRPERWELTEN gegenwärtig in
Metropolen wie Las Vegas, New York, Sao Paulo, Prag und Lissabon zu
sehen. Ohne Körperspendeprogramm und aus zweifelhafter Quelle
verursachen sie vielerorts massive Proteste von Menschenrechtlern.
Zuletzt hatte ich das Gefühl, in China neben einem brodelnden
Ethikvulkan zu arbeiten. Ich möchte nicht länger mit chinesischen
Körperausstellungen verwechselt werden und muss mich von den dort
angewandten Praktiken distanzieren. Dies ist mir auch deshalb wichtig,
weil ich aus Umfragen weiß, dass die Bevölkerung zu gut zwei Dritteln
gegen die öffentliche Präsentation menschlicher Präparate ohne
lebzeitige Zustimmung der Spender ist. In China ist die Ablehnung mit
84% am höchsten, gefolgt von Deutschland mit 74% und den USA mit 69%,
bei jeweils eintausend Befragten.
Nach gründlicher Prüfung
mehrerer Alternativen zum Standort China habe ich mich für Guben als
Zentrum für die Plastination silikonisierter Teil- und
Ganzkörperplastinate entschieden. Deshalb sollen dort künftig nicht nur
Scheibenplastinate, sondern auch Silikonplastinate hergestellt werden.
Guben wird dadurch zum wichtigsten Plastinationsstandort weltweit. Für
die Wahl Gubens war entscheidend, dass die örtlichen Behörden und die
Gubener Bevölkerung meine Ansiedlung unterstützen. 71% von eintausend
befragten Gubenern sprachen sich bereits im vergangenen Jahr für die
Herstellung von Silikonplastinaten aus, 72 Gubener sind inzwischen
sogar Körperspender für die Plastination geworden. Die Entscheidung,
die Silikonplastination ganzer Körper wieder in Deutschland
anzusiedeln, wurde durch wichtige Urteile der deutschen Justiz in
Plastinationsfragen unterstützt. So habe ich strafbewehrte
Unterlassungserklärungen gegen Behauptungen erwirkt, ich sei nicht der
Erfinder der Plastination oder würde Hingerichtete plastinieren
(Landgericht Berlin AZ 27 O 415/06, 27 O 181/05, 27 O 1013/05). Der
Verwaltungsgerichtshof in Mannheim (AZ 0224B-03-03lB) stellte klar,
dass meine Ausstellungen nicht zensiert werden dürfen. Vorläufige
Urteile, ich würde unberechtigt Titel führen, wurden durch Freispruch
neutralisiert (OLG Karlsruhe AZ Ss 294/06, 5 NS 21 Js 20095/). Alle
menschlichen Präparate deutscher Körperspender, die ich je nach China
geschickt habe, sind in den vergangenen Tagen in Guben eingetroffen. Am
Freitag, den 3. August, öffnet heute im Gubener PLASTINARIUM die größte
Plastinateschau aller Zeiten eröffnet. Insgesamt 50
Ganzkörperplastinate werden das PLASTINARIUM bevölkern; für das
Publikum sind sie jede Woche von Freitag bis Sonntag zu sehen. Da gibt
es die aus sieben Plastinaten bestehende Piratengruppe mit Kapitän und
Steuermann. Auf einem Schiffsbug strebt eine mittig gespaltenes
Plastinat voran. In einem Stahlring rollt ein Athlet durch einen
Wasserfall. Eine Frau entledigt sich ihrer Haut, ein Spinnenmann
spreizt seine Körperhülle und ein dreifach gespaltener Tennisspieler
schlägt auf. Die große Plastinateschau wird in der öffentlichen
Werkstatt in Guben präsentiert, wo die Plastinate noch optimiert
werden. So müssen noch Präparateoberflächen versiegelt werden, auch
fehlen noch die Beschriftungen, das wissenschaftliche „Make-up’’ der
Plastinate. Erst gegen Ende des Jahres werden die neuen Plastinate
Guben verlassen.
Auch viele halbfertige Plastinate sind in
Guben angekommen. Sie warten in brummenden Kühlcontainern auf ihre
Fertigstellung. Der Know-how Transfer zur Fertigung der
Menschenplastinate, diesmal von China nach Guben, ist bereits in die
Wege geleitet. Chinesische Spezialisten sollen dem wachsenden Gubener
Plastinateteam das dafür notwendige Wissen vermitteln. Deshalb werden
weitere Plastinationsassistenten für anatomische Darstellungskurse in
Guben gesucht. In meinem chinesischen Labor werden jetzt nur noch Tiere
plastiniert. Ob sich das langfristig lohnt, wird sich zeigen.”
3. August 2007 Gunther von Hagens
zurück
Freispruch für Gunther von Hagens
Stellungnahme von Plastinator Gunther von Hagens zum Freispruch im Titelstreit: “Ich
freue mich und bin erleichtert, dass ich vom Vorwurf des
Titelmissbrauchs freigesprochen wurde. Als Erfinder der Plastination
und Schöpfer der KÖRPERWELTEN, der sich nicht gerade des Wohlwollens
der Angepassten erfreut, war es mir wichtig, von der deutschen Justiz
fair behandelt zu werden. Das Oberlandesgericht stellt fest, dass der
von der chinesischen Universität verliehene Titel einem deutschen
Professorentitel gleichwertig ist. Mir liegt nichts an Orden- und
Ehrenzeichen und mir hätte es daher auch fern gelegen, einen
„deutschen“ Professorentitel vorzutäuschen. Nun bescheinigt das
Strafgericht, dass ich mich selbst nicht als Professor bezeichnet habe.
Angesichts der jahrelangen und weltweiten Berichterstattung stellt der
Freispruch im Titelstreit meinen guten Ruf als Wissenschaftler wieder
her.” In dem über vier Jahre währenden Verfahren wurde Gunther
von Hagens von einem Team von Straf- und Verwaltungsrechtsexperten der
Kanzlei Nörr Stiefenhofer Lutz vertreten. Diese konnten nachweisen,
dass die mangelnde Kenntnis der deutschen Hochschulgesetze durch die
Beamten mehrerer Landesministerien zu der nunmehr als haltlos erkannten
Klage geführt hatte.
27. Juli 2007 Pressebüro Institut für Plastination
Die Pressemitteilung des Oberlandesgericht finden Sie im Internet unter www.olg-karlsruhe.dezurück
Gubener PLASTINARIUM wird von polnischen Bürgern geschätzt Guben,
18. Juni 2007 – An den vergangenen beiden Wochenenden war das
PLASTINARIUM in Guben für polnische Bürger kostenlos geöffnet.An
insgesamt sechs Tagen wurden 6307 Besucher aus Polen gezählt, wobei
allein der gestrige Sonntag mit 2046 Besuchern dem PLASTINARIUM einen
Rekordzulauf bescherte. 500 Gästekommentare polnischer Bürger zeigen
das große Interesse auch der polnischen Bevölkerung am PLASTINARIUM.
Danach waren 90% mit dem Besuch sehr zufrieden. Kommentare wie „Am
meisten gefiel mir die Raucherlunge. Ab heute rauche ich nicht mehr“
oder „Meine Eindrücke schwanken zwischen Faszination und Ehrfurcht vor
dem Leben“ zeichnen ein treffendes Stimmungsbild der Besucher am Ende
der Ausstellung. Entsprechend zufrieden zeigte sich Plastinator
Gunther von Hagens: „Der große Zuspruch an den polnischen Wochenenden
beweist die Richtigkeit, das PLASTINARIUM in der deutsch-polnischen
Grenzstadt Gubin (deutsch: Guben; polnisch: Gubin) anzusiedeln. Die
positive Reaktion bestätigt meine Voraussage, dass sich Guben durch das
PLASTINARIUM und die hier produzierten Gubener Plastinate zu einem
international anerkannten Standort medizinischer Wissenschaft
entwickeln wird.“ zurück „Polnische Wochenenden“: Kostenloser Eintritt für polnische Bürger Guben,
27. April 2007 – Das PLASTINARIUM lädt vom 8. bis 10. Juni und 15. bis
17. Juni 2007 exklusiv zu den „Polnischen Wochenenden“ ein. Mit dieser
einmaligen kostenlosen Präsentation möchte Gunther von Hagens das
PLASTINARIUM als wissenschaftliche, das Gesundheitsbewusstsein
stärkende Einrichtung einer breiten polnischen Öffentlichkeit nahe
bringen. Mehr als 22 Millionen Besucher haben die
KÖRPERWELTEN-Ausstellungen des Erfinders der Plastination Gunther von
Hagens bisher bewundert. Wie seine Ausstellungsexponate (Plastinate)
entstehen, ist im weltweit ersten PLASTINARIUM des Wissenschaftlers in
Guben zu sehen. Das PLASTINARIUM vereint unter einem Dach die
Anatomieausstellung KÖRPERWELTEN mit einer „gläsernen Werkstatt“, in
der die Entstehung der Exponate und einzelne Schritte der Plastination
zu sehen sind. Plastinate sind mit Kunststoffen wie Silikonkautschuk
oder Epoxidharz dauerhaft konservierte anatomische Präparate.
Was Sie bei einem Rundgang sehen können
Der
Rundgang durch das PLASTINARIUM eröffnet dem Besucher einzigartige
Einblicke in die Anatomie des menschlichen Körpers. Er beginnt mit dem
Bereich der „Anatomiegeschichte“, in dem anhand historischer Präparate
die Entstehung der Anatomie als Wissenschaft sowie die Entwicklung
anatomischer Konservierungstechniken gezeigt wird. In der darauf
folgenden „Schauwerkstatt“ erstellen Mitarbeiter/-innen vor den Augen
der Besucher Plastinate von Mensch und Tier. Die entstandenen
Fertigplastinate sind nach Körperfunktionen geordnet im sich
anschließenden „Schauraum“ zu sehen. Es werden 15 lebensnah
positionierte Ganzkörperplastinate und 150 Einzelpräparate gezeigt –
darunter Organplastinate im Vergleich gesund und krank, transparente
Körperscheiben und Gefäßgestalten. Zu den Ganzkörperplastinaten im
Schauraum gehört die wohl bekannteste „Pokerrunde“ der Welt, eine
eigens für den aktuellen James-Bond-Film „Casino Royale“ angefertigte
Plastinategruppe. Informationen Öffnungszeiten
„Polnische Wochenenden“: 8. bis 10. Juni, 15. bis 17. Juni (jeweils
freitags, samstags, sonntags), 10 bis 18 Uhr (18 Uhr letzter Einlass). Reguläre
Öffnungszeiten: Das PLASTINARIUM ist ganzjährig geöffnet und zwar immer
freitags, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr (letzter Einlass). Kontakt: Im PLASTINARIUM, Uferstraße, 03172 Guben, Deutschland. www.plastinarium.de, info@plastinarium.de, Telefon 0049 0151 52100120. Wir sprechen Polnisch! zurück
Ethikkommission stellt Körperspendeprogramm gute Noten aus
Heidelberg/Guben,
1. März 2007 – Die Präsentation der KÖRPERWELTEN und Gunther von
Hagens’ Körperspendeprogramm standen im Mittelpunkt eines
Ethikreports, der unter der Leitung des Ethikprofessors Hans Martin
Sass für das „California Science Center“ in Los Angeles erstellt
wurde. Von Kalifornien aus startete die KÖRPERWELTEN-Ausstellung unter
dem Titel BODY WORLDS vor mehr als zwei Jahren ihren erfolgreichen Zug
durch die USA und Kanada, wo sie bereits mehr als 6 Millionen Besucher
in den Bann zog.
Die
Ethikkommission des Museums, bestehend
aus namhaften Vertretern aus Wissenschaft, Medizin und Religion, kam zu
der einhelligen Meinung, dass die Ausstellung KÖRPERWELTEN über
erheblichen Lehrwert verfügt. Die gründliche Prüfung der Unterlagen
der Körperspender des Instituts für Plastination ergab darüber hinaus,
dass die Standards für Einwilligungserklärungen die rechtlichen
Anforderungen an derartige Erklärungen, wie sie zum Beispiel an
universitären anatomischen Instituten verwandt werden, bei weitem
übertreffen. Die Spendeformulare des Instituts seien unter anderem sehr
leicht verständlich und ausführlicher gestaltet als die meisten
Körperspendeformulare, da sie dem Spender/der Spenderin die Möglichkeit
geben, die Beweggründe für die Spende aufzuführen. Außerdem kann die
Einwilligung in die öffentliche Ausstellung, das heißt also in die
Aufklärung und Bildung von Laien, nicht nur von Medizinstudenten,
explizit ein- beziehungsweise ausgeschlossen werden. Ebenso wird der
Spender darüber aufgeklärt, dass die Spende jederzeit widerrufen werden
kann. Weitere Details dazu sind dem Ethikreport zu entnehmen. Im Gubener PLASTINARIUM ist die derzeit einzige KÖRPERWELTEN-Ausstellung in Europa zu sehen. zurück Das PLASTINARIUM etabliert sich als attraktiver Partner des Gubener TourismusGuben,
23. Februar 2007 – Seit drei Monaten geöffnet, ist das PLASTINARIUM
bereits zu einer touristischen Größe am Standort Guben geworden. Die
positive Ausstrahlung auf die heimische (Tourismus-)Wirtschaft ist
spürbar. Dieser Ansicht sind auch die Touristiker der Region: Mehr als
200 touristische Anbieter und Vertreter von Informationsstellen des
Tourismusverbandes Niederlausitz sind heute in Guben, um das
PLASTINARIUM näher kennen zu lernen. Bei den geplanten Gesprächen wird
es um Informationsvernetzung im Tourismus gehen, von der alle
Sehenswürdigkeiten in und um Guben profitieren sollen. PLASTINARIUM entwickelt sich weiter Angesichts
der bisher rund 21.000 Besucher im PLASTINARIUM schaut Plastinator
Gunther von Hagens optimistisch in die Zukunft und plant für dieses
Jahr bauliche Investitionen in Höhe von einer Million Euro. Eine
weitere Million Euro will Gunther von Hagens für die Herstellung von
Körperscheiben locker machen. Mit diesen „Gubener Plastinaten“ will er
Gubens Ruf als Wissenschaftsstadt etablieren und in die Welt hinaus
tragen. 62 bestehende Mitarbeiter freuen sich mit ihm, 20 weitere
kommen in den nächsten Monaten dazu. zurück Zwei Symbole des Kalten Krieges im neuen Bond-Film „Casino Royale“14.
November 2006 – In diesem November begegnet Plastinator Gunther von
Hagens, einer der bekanntesten „Republikflüchtlinge“ aus der ehemaligen
DDR, aus Anlass des 17. Jahrestages des Falls der Berliner Mauer der
gefeiertesten Ikone des Kalten Krieges, James Bond. Gunther von Hagens
und die faszinierende Anatomieausstellung KÖRPERWELTEN haben einen
Cameo-Auftritt in „Casino Royale“, dem einundzwanzigsten
James-Bond-Film, für den der gleichnamige Roman von Ian Fleming von
1953 die Vorlage bildet. Die KÖRPERWELTEN-Ausstellung ist dabei
Schauplatz eines typischen Kampfes zwischen Gut und Böse, nämlich
zwischen Agent 007 und einem der Schurken aus dem Film. Für Gunther
von Hagens, der 1969 nach einem fehlgeschlagenen Fluchtversuch eine
zweijährige Haftstrafe antreten musste, sind die James-Bond-Filme mehr
als nur unterhaltsame Spionagethriller. Während Bond im Kalten Krieg die
Kommunisten bekämpfte, war er für die jüngere Generation hinter dem
Eisernen Vorhang, zu der damals auch von Hagens gehörte, eine
Inspiration. „Er stand für die Stärke des Einzelnen gegenüber dem
Kommunismus, er war antiautoritär und außergewöhnlich, was den
Filmzensoren der damaligen Zeit wohl nicht so klar war“, so von Hagens.
„Die Führungsriege konnte den Hunger unserer Generation nach dem
Durchbrechen von Grenzen, nach der Freiheit, die nötig ist, um wie
James Bond nach Jamaika, nach Kap Canaveral, nach Fort Knox und Monte
Carlo reisen zu können, nicht verstehen. Für uns verkörperte er
Freiheit und Möglichkeiten.“ Auch die Technik und Zauberei der
frühen Filme beeindruckten den zukünftigen Mediziner und
Polymerchemiker. „Bond arbeitete mit High-Tech-Geräten – damals eine
sehr ungewöhnliche Beschäftigung für die Figuren eines Films. In
Goldfinger versuchte er, die radioaktive Kontaminierung der
Goldreserven zu verhindern. Als jemand mit großem Interesse an Chemie
und Physik wusste ich, dass anders als in der Welt des James Bond, in
der solche Innovationen gefeiert wurden, das autoritäre Regime, unter
dem ich lebte, Erfindungen im Keim erstickte“, berichtet er. So
unwahrscheinlich es auch klingen mag – der Filmheld mit seinem
komplizierten psychologischen Dossier stärkte das Ego und prägte die
Gedankenwelt einer Generation ostdeutscher Wissenschaftler. „Er
arbeitete hart. Er war immer im Einsatz, lebte nur für seine Mission
und nutzte alle seine Fähigkeiten, um diese Mission durchzuführen.
Diejenigen von uns, die damals aus der DDR flohen, definierten sich
durch ihre Arbeit in Wissenschaft und Technik, und durch ein Streben
nach Erfolg um jeden Preis“, so Gunther von Hagens. Die
KÖRPERWELTEN-Ausstellungen sind derzeit unter dem englischen Titel BODY
WORLDS im Science Museum of Minnesota in St. Paul, dem Museum of
Science in Boston in Massachusetts und in der Telus World of Science im
kanadischen Vancouver zu sehen. „Casino Royale“ läuft ab dem 23.11.2006 in deutschen Kinos. 14.11.2006 – Institut für Plastination, Heidelberg, Tel. 06221 33 11 54, www.bodyworlds.com zurück
Einladung zur ERÖFFNUNG und PRESSEKONFERENZ Das PLASTINARIUM in Guben – Der Blick hinter die Kulissen der KÖRPERWELTEN Sehr geehrte Damen und Herren,
Mit
dem PLASTINARIUM öffnen wir erstmals unsere Werkstätten dem breiten
Publikum und ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen der
KÖRPERWELTEN.
Das PLASTINARIUM ist eine weltweit einzigartige
Einrichtung, in der öffentlich die Herstellung anatomischer Präparate
von Mensch und Tier demonstriert wird. Hiermit laden wir Sie
herzlich zur feierlichen Eröffnung des PLASTINARIUM mit anschließender
Pressekonferenz am Donnerstag, den 16.11.2006, um 11 Uhr, in den
Räumlichkeiten des PLASTINARIUM, Uferstraße, in Guben ein. PROGRAMM
11.00 Uhr Eröffnung des PLASTINARIUM mit - Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner - Landrat Dieter Friese - Prof. Dr. Franz Josef Wetz - Dr. Angelina Whalley - Dr. Gunther von Hagens
11.30 Uhr Rundgang durch das PLASTINARIUM Beginnend
mit einem Abriss der Geschichte der Anatomie und der Entwicklung der
Plastination, den Plastinationswerkstätten im Zentrum und dem
anschließenden Schauraum mit ausgewählten Lehrpräparaten. 12.30 Uhr Pressekonferenz im Filmstudio
Bitte
nutzen Sie dieses Akkeditierungsformular und bestätigen Sie bis zum
14.11.2006 Ihre Teilnahme per Fax an 06221-331123 oder E-Mail an
info(at)plastinarium.de. zurück
Gunther von Hagens: „Posieren mit Schädel ist keine
Leichenschändung“ – Freier Eintritt ins Plastinarium in Guben für alle
Bundeswehrsoldaten Heidelberg, 31.10.2006 – Der angebliche
Bundeswehrskandal um die „Totenschändungen“ in Afghanistan hat sich
als inszenierter Medienskandal entpuppt, bei dem aus dem ungeschickten
Umgang mit Skeletten versucht wird, allgemeine Entrüstung zu
destillieren. Ein Medienskandal, weil das Problem in der
Veröffentlichung der Bilder liegt, nicht aber im Posieren mit Gebeinen.
Die Aufnahmen wurden privat, jedenfalls nicht für den Boulevard
gemacht, und die Soldaten konnten auch nicht damit rechnen, dass die
Aufnahmen eines Tages die Titelseiten der Zeitungen füllen würden. Der
Soldat fotografierte zur Erinnerung. Erinnerung ist immer auch
Selbstbesinnung. Aufarbeitung beim Gedankenaustausch mit Freunden.
Früher geschah dies mediengeschützt vor Fotoalben zu Hause, heute mit
Bekannten und Freunden im Internet. Diese bieten die Fotos jetzt auf
dem Pressemarkt feil, ohne Einverständnis der Betroffenen. Das Private,
Heimliche wird öffentlich und das damit verbundene Unrecht wird gar
nicht mehr wahrgenommen. Es geht weder um Totenschändung noch
um Leichenschändung. Denn Schändung heißt Entehrung. Entehrung setzt
aber eine Toten-Gedenkstätte, die Absicht zur Entehrung und das
entehrende Empfinden bei Betroffenen voraus. Doch die Knochen
entstammten keiner Grabstätte, sie waren anonym, und die Soldaten taten
nichts anderes, als was Medizinstudenten trotz moralisierendem
Zeigefinger der Dozenten regelmäßig tun: Das Verlebendigen von
Skeletten, wie z.B. der Schal um den knöchernen Hals, die Zigarette
zwischen den Zahnreihen, passiert regelmäßig, wo immer Skelette
existieren, ob nun in der Universität, in der Ausstellung Körperwelten
oder aber wie jetzt in einer afghanischen Lehmgrube. Das Posieren
vermindert die Kluft zwischen den Toten und den Lebenden und lässt so
die eigene Sterblichkeit erträglicher erscheinen. Das Foto verstärkt
die Erleichterung. Die Soldaten begegnen ihrer existentiellen Angst,
wenn sie mit dem Schädel auf der Schulter ihren eigenen Schrecken in
den des anderen verwandeln. Schädelposieren als kollektiv erlebte
Stressabfuhr. Der Umgang mit der eigenen Sterblichkeit ist sehr
persönlich, familienspezifisch und kulturspezifisch. Deshalb hat der
Gesetzgeber hier auf Toleranz gesetzt und den „beschimpfenden Unfug“,
und die „Herabwürdigung“ des Toten zur Voraussetzung strafrechtlicher
Verfolgung gemacht. Schädelposieren ist auch keine „Leichenschändung“.
Weder ist der Schädel ein Leichenteil noch das Skelett eine Leiche.
Darauf weist selbst das Handbuch des Bestattungsrechts hin. Diese Art
sprachlicher Unschärfe behindert die Kommunikation ethischer Werte.
Sonst wird bald auch das Tragen natürlicher Zweithaare, die oft von
Toten stammen, zur Leichenschändung. Selbst aus Sicht der
möglicherweise persönlich Betroffenen dieses Unfugs, vermutlich
Angehörigen russischer Soldaten, relativiert sich dieser Unfug
angesichts etablierten Umgangs mit Leichen in vergleichbaren
Extremsituationen. So schieben Bulldozer der UN afrikanische Leichen in
Massengräber. Solches Tun wird stets mit Hinweisen auf Seuchengefahr
entschuldigt, der man bei entsprechendem finanziellem Aufwand aber auch
mit Desinfektionsmitteln begegnen könnte. Der Fall ist weder
„abscheulich“, wie Bundeskanzlerin Merkel formuliert, noch zur harten
Bestrafung geeignet, um ein Exempel zu statuieren, das eine heilsame
Wirkung habe, wie Ex-Verteidigungsminister Struck fordert. Derartige
ethische Dampfwolken ideologischer Überhöhung sind mir noch gut aus der
DDR-Zeit gegenwärtig, als der Einzelbauer gleich zum Staatsfeind wurde,
nur weil er eben mal sein Ablieferungssoll nicht erfüllte.
Suspendierung vom Dienst, statt Angebot psychologischer Betreuung. Eine
gute Figur machen bei diesem aufgeblasenen Pseudoskandal wenigstens die
Fachleute, die sich mit der gebotenen Abgewogenheit äußern. So der
Psychotherapeut Peter Boppel, der nicht mangelndes Wertebewusstsein der
Soldaten, sondern die psychischen Belastungen des Einsatzes zur
Hauptursache dieser moralischen Ausrutscher der Soldaten macht, oder
der Strafrechtler Merkel, der in diesen Aktionen lediglich eine „grobe
Geschmacklosigkeit, die in der Regel kein kriminelles Unrecht
darstelle“ sieht. Als Arzt würde ich mir statt Suspendierung vom Dienst
und der geforderten scharfen Bestrafung ehe die Solidarität der Truppe
im Sinne aufklärende und beratender Fürsorge wünschen. Ein Blick
in die Diskussionsforen des Internets zeigt, dass der mündige Bürger
die mediale Aufregung als überzogen, wenn nicht sogar als lächerlich
empfindet. Auf mich wirken die veröffentlichten Bilder eher
friedensstiftend, weil mahnend. Selbst die Pistole an der
Schädelschläfe kann als pazifistisches Warnsignal interpretiert werden.
Die posierenden Soldaten sind Produkt einer modernen Gesellschaft. die
den realen Tod versteckt hat. Dafür sorgen rigide Friedhofsgesetze wie
die moderne Medizin, die das Sterben ins Krankenhaus verlagerte und
universitäre Präpariersäle verschlossen hält. Wenn in einer
Gesellschaft der Umgang mit dem Tod nicht mehr geübt wird, sollte es
nicht verwundern, wenn Soldaten dämlich auf Skelettfunde reagieren. Zur
Entspannung der Affäre lade ich hiermit alle Bundeswehrsoldaten bis
Ende des Jahres zum kostenlosen Besuch in das PLASTINARIUM in Guben
ein, das am 17. November eröffnet wird. Dort kann sich jeder Besucher
in Erinnerung an die eigene Sterblichkeit mit einem Skelett
fotografieren lassen. 31.10.06 – Gunther von Hagens Pressestelle Institut für Plastination E-Mail: hd.pressoffice(at)plastination.com zurück
Das PLASTINARIUM – Der Blick hinter die Kulissen der KÖRPERWELTEN Guben,
18.10.2006. Die KÖRPERWELTEN haben seit ihrem Bestehen weltweit mehr
als 20 Millionen Besucher in den Bann gezogen. Nun öffnet der
Plastinator Gunther von Hagens erstmals seine Werkstätten einem breiten
Publikum an seiner neuen Wirkstätte in Guben - das PLASTINARIUM. Das
PLASTINARIUM wird eine weltweit einzigartige Einrichtung sein, die
öffentlich die Herstellung anatomischer Dauerpräparate von Mensch und
Tier zeigt. Auf etwa 2.500 m² Fläche des restaurierten
Fabrikgeländes der ehemaligen Gubener Tuchmacherei erhält der Besucher
umfassende Einblicke in die Prozesse der Plastination und die
verschiedenen Präparationstechniken. Der Prozess umfasst die
anatomische Präparation des Körpers mit anschließender Konservierung
durch die Plastination, die Herstellung von Skeletten sowie die
Fertigung von Gefäßgestalten. Mit modernster Technik entstehen hier
Unterrichtspräparate und anatomische Großplastinate für die Ausbildung
von Ärzten und medizinischen Laien. Ein Abriss über die
Geschichte der Anatomie und die Entwicklung der Plastination am Anfang
des Rundgangs sowie ein Schauraum im Anschluss an die Werkstätten mit
ausgewählten Lehrpräparaten runden den spannenden wie lehrreichen
Rundgang ab. Gezeigt werden Knochenpräparate, Gefäßgestalten,
Körperscheiben und Organplastinate bis hin zu Gestaltplastinaten des
ganzen Körpers. Höhepunkt dieses Schauraums wird ein Ausschnitt einer
KÖRPERWELTEN-Ausstellung sein, in der eine entscheidende Szene des
aktuellen James-Bond-Films „Casino Royale“ gedreht wurde. Die dort gezeigten Plastinate wurden eigens für diesen Dreh gefertigt. Plastinator
Gunther von Hagens: „Das PLASTINARIUM ist das Anatomische Theater der
Moderne. Es steht am Ende einer langen europäischen wissenschaftlichen
wie demokratischen Tradition: Im Jahre 1543 begründete der Chirurg
Andreas Vesal die Anatomie der Neuzeit. Er veröffentlichte in einem
umfassenden Bildatlas wirklichkeitsgetreue Anatomie und popularisierte
die Anatomie durch öffentliche Sektionen. Ebenfalls 1543
veröffentlichte der Astronom Nicolas Kopernikus eine Abhandlung über
Kosmologie, in der er bewies, dass sich die Erde um die Sonne dreht und
nicht umgekehrt. Seither ermöglicht das Planetarium den Blick in die
Entstehung und den Aufbau kosmischer Welten. Das PLASTINARIUM in Guben
gibt demgegenüber einen Einblick in die Entstehung und den Aufbau des
Körpers und der KÖRPERWELTEN.“ Öffnungszeiten Das
PLASTINARIUM wird ab dem 17. November vorerst freitags, samstags und
sonntags zwischen 10.00 und 18.00 Uhr (letzter Einlass) geöffnet sein. Gruppen haben die Möglichkeit, außerhalb der regulären Öffnungszeiten einen Besuchstermin zu vereinbaren. Zusätzliche Öffnungszeiten werden zu gegebener Zeit auf der Homepage www.plastinarium.de bekannt gegeben. Adresse: PLASTINARIUM – Gubener Plastinate GmbH – Uferstraße – 03172 Guben Tel. 03561-5474860 – info(at)plastinarium.de zurück
Plastinator
Gunther von Hagens zur Entscheidung der Gubener Stadtverordneten, das
Rathaus an ihn zu verkaufen: Trauern ohne Sorge dank Gubener Plastinate
Ich
bedanke mich für das mir von der Mehrheit der Gubener Bürger und
Politiker ausgesprochene Vertrauen zur Ansiedlung einer
Plastinationswerkstatt in Guben. Ich bedanke mich auch bei meinen
Gegnern für ihr Engagement im vorausgegangenen demokratischen
Meinungsbildungsprozess, der letztendlich der Demokratisierung der
Anatomie diente. Durch perfekte „Gubener Plastinate“ werde ich mich
bemühen, auch ihr Vertrauen zu erlangen und so dazu beizutragen, die
entstandenen Meinungsgräben einzuebnen. Um ausreichend
Plastinate fertigen zu können, wird ab sofort bundesweit ein
kostenloser Abholdienst für Leichen eingerichtet. Dieser Service wird
großen Zuspruch finden, denn er ermöglicht Trauer ohne Sorge um
Begräbniskosten. Die kostenfreie Abholung erfolgt durch örtliche
Bestattungsunternehmen oder das Institut für Plastination in
Heidelberg. Voraussetzung dafür ist lediglich die Zustimmung zur
Körperspende durch die Verstorbenen oder ihre Angehörigen. Gunther von Hagens 27. April 2006 zurück
Gubener Bevölkerung mit überwältigender Mehrheit für die Ansiedlung eines Plastinationsinstituts Heidelberg,
20. April 2006 – Über die Ansiedlung eines Plastinationsinstituts in
Guben wurde mehrfach berichtet. Bis heute ist dabei besonders strittig,
ob nun wirklich die Mehrheit der Gubener hinter dem Projekt stehen, so
wie es bei einer spontanen Abstimmung Mitte Januar in Guben den
Anschein hatte. Diese Frage ist angesichts der geplanten Entscheidung
der Gubener Stadtverordnetenversammlung am 26. April über den Verkauf
des Gubener Rathauses von besonderer Aktualität.
Um zu einer Versachlichung der Debatte beizutragen, hat das Institut für Plastination in Heidelberg bei tnsEmnid eine Meinungsumfrage
in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Die Befragung
erfolgte in drei Städten: in Heidelberg, dem bisher alleinigen Sitz des
Institut für Plastination in Deutschland, in Berlin als der Stadt mit
den bislang höchsten Besucherzahlen der KÖRPERWELTEN-Ausstellung und in
Guben, dem Ort der geplanten Neuansiedlung. Mit jeweils 1000 befragten
Personen ist das Ergebnis statistisch signifikant. Die Umfrage ist eine
Sensation! Die interessantesten Ergebnisse lesen sich wie folgt: -
Mehr als zwei Drittel der befragten Bürger Berlins, Heidelbergs und
Gubens – in Guben sogar fast 80% – würden der Ansiedlung eines
Plastinations-Instituts in ihrer Stadt zustimmen, wenn dieses
anatomische Präparate für Ausbildungszwecke herstellen würde. Während
in Guben fast genau so viele Befragte (71%) auch der Herstellung von
Präparaten für öffentliche Ausstellungen zustimmen, ist dies in Berlin
und Heidelberg nur fast jeder Zweite. - Über zwei Drittel der
Befragten, die der Ansiedlung eines Plastinations-Instituts in der
eigenen Stadt zustimmen würden, wären mit der Ansiedlung auch dann
einverstanden, wenn dort ganze menschliche Körper präpariert und
plastiniert würden. „Die Zustimmung ist unter den Gubener Bürgern mit
80% am höchsten und in Berlin mit 68% am niedrigsten.“
Darüber
hinaus sind 13% der Gubener bereit sich plastinieren zu lassen,
wohingegen es in Heidelberg und Berlin nur jeweils 6% sind. zurück
Gunther von Hagens 6. Dezember 2005 Dalian, China An die Stadtverordneten der Stadtverwaltung Guben Sitzung am 7. 12. 2005 Uferstraße 22–26 03172 Guben Offener Brief an die Stadtverordneten von Guben zur Entwicklung, den Plänen und den Diskussionen um ein Plastinationsinstitut Sehr geehrte Stadtverordnete, sehr geehrter Stadtverordneter, sehr geehrter Herr Bürgermeister Hübner, anlässlich
der öffentlichen Sitzung der Gubener Stadtverordneten am 7. Dezember
2005 erlaube ich mir die folgenden Ausführungen zu meinen bisherigen
Aktivitäten und Plänen hinsichtlich eines Plastinationsinstituts in
Guben: Bisherige Entwicklung Seit Anfang des Jahres
nutze ich ein eigenes Grundstück in Sieniawa Zarska, Polen, als Lager
für Ausstellungequipment von KÖRPERWELTEN-Ausstellungen. Pläne, diesen
Standort zu einem Forschungsstandort mit der Fertigung plastinierter
Körperscheiben auszubauen habe ich aufgegeben, nachdem ich mein
Vertrauen in das gegenwärtige funktionierende polnische Rechtssystem
verloren habe. Um nur drei Beispiele zu nennen: (1) Mein Vater
wurde öffentlich beschuldigt, polnische Bürger denunziert und sie damit
ins KZ gebracht zu haben, ohne dass auch nur ein direkter Zeuge benannt
oder ein sonstiger Beweis dafür vorgelegt werden konnte. Während
darüber in 60 Medien berichtet wurde, informierten schließlich nur 6
Zeitungen darüber, dass die gründlichen Nachforschungen in Polen
nicht nur keinerlei belastendes Material zu Tage förderten, sondern das
Amt für Nationales Gedenken sogar mangels jeglichen Beweises die
Eröffnung eines Untersuchungsverfahrens ablehnte. (2) Mein
Vater hat in Unkenntnis der polnischen Rechtslage auf seinem Grundstück
in Sieniawa Zarska 6 morsche Bäume gefällt. Dafür soll er nunmehr
70.000 (siebzigtausend) Euro Strafe zahlen, obwohl in vergleichbaren
Fällen bei polnischen Bürgern auf jegliche Strafzahlung verzichtet
wurde. (3) Politiker erklärten öffentlich, dass das Herstellen
von Plastinaten in Polen verboten sei, obwohl kein entsprechendes
polnisches Gesetz dies verbieten würde. Dies erinnert mich sehr an den
mir aus meiner DDR-Zeit erinnerlichen Grundsatz, dass mir verboten ist,
was nicht erlaubt ist und das nicht der in westlichen Demokratien
etablierte Rechtsgrundsatz gilt, nachdem erlaubt ist, was nicht
verboten wurde. Zusätzlich kam unerwartet und erschwerend hinzu, dass
die Gemeindeverwaltung in Sieniawa Zarska Korrespondenz weder in
Englisch noch in Deutsch akzeptiert. Eine Regelung, der ich noch nicht
einmal in China unterliege. Herr Wolfgang Teske, engagierter
Lokalpatriot Ihrer Stadt las darüber in der Zeitung und lud mich im
Monat Oktober privatissime nach Guben ein, um Ihre Stadt als
alternativen Standort zu prüfen. Nachdem ich mich mit der Geschichte
Ihrer Stadt vertraut und mir in einem persönlichen Besuch selbst einen
Eindruck vom Stadtbild und ihren freundlichen Bürgern machen konnte,
fand ich zunehmend Gefallen an Guben. Schließlich kam auf meine Bitte
ein informelles Gespräch mit Herrn Bürgermeister Hübner zustande, für
das ich um Vertraulichkeit bat. Doch dann ging in einem Akt
kommunikativer Begeisterung unerwartet Herr Teske an die Öffentlichkeit
und veröffentlichte meine Absicht, nach Guben zu kommen zu wollen. Eine
solche Absichtserklärung hatte ich zuvor Bürgermeister Hübner zugesandt
und Herrn Teske nachrichtlich mit einer Kopie versorgt. Ich hätte es
vorgezogen, mich erst dann in Guben vorzustellen, wenn ich mich
eindeutig für Guben entschieden hätte. Stattdessen kam eine
Informationslawine in Gang, der zwar die demokratische Legitimation
nicht abgesprochen werden kann, die meine Entscheidung für Guben jedoch
nicht vereinfacht hat. Zu meinen Absichten in Guben Ich
bemühe mich um den Erwerb der „Gubener Wolle“ und des jetzigen
Rathauses mit dem Ziel, diese Immobilien zu renovieren und unter
Beachtung der Auflagen des Denkmalschutzes zu modernisieren. Es ist
definitiv nicht geplant, die Präparation menschlicher Körper für die
Plastination von Dalian, China, nach Guben zu verlegen. Mein
Plastinationsbetrieb in China funktioniert mit zur Zeit 250
Beschäftigten zu meiner vollsten Zufriedenheit. Das mir dort gebotene
asiatische Präparationsgeschick und die präparatorische Geduld sind
unschätzbar und in Deutschland in dieser Qualität nicht zu finden. In
den genannten Gubener Immobilien plane ich die Etablierung eines
Instituts für Plastination mit folgenden Aufgaben: (1) Forschung und Weiterentwicklung der Plastinationstechnik.
(2) Forschung und Weiterentwicklung von Spezialkunststoffen für die Plastination. (3) Fertigung dünner plastinierter Körperscheiben von Mensch und Tier. (4) Fertigung von Großtierplastinaten wie Elefant und Giraffe. (5) Etablierung einer Körperspendezentrale für die Plastination. (6) Lagerung von Ausstellungshilfsmitteln und Verkaufsprodukten für die KÖRPERWELTEN-Ausstellungen. Die
in der Presse immer wieder zu lesenden 200 Arbeitsplätze will ich nicht
verneinen, ich möchte sie jedoch auch nicht versprechen. Die
Entwicklung wird zeigen, in welchem Zeitraum und Umfang dies zu
realisieren ist. Doch kann ich sagen, dass sich die Etablierung eines
Plastinationsinstituts und die damit verbundene Renovierung der zwei
angesprochenen Immobilien nicht lohnen würde, wenn ich dort nicht eines
Tages um die zweihundert oder mehr Arbeitsplätze zu realisieren in der
Lage wäre. Da das komplexe Verfahren der Scheibenplastination in viele
Einzelschritte zerlegbar ist, entspricht die mir bekannte
Ausbildungsstruktur der Gubener Bevölkerung meinen Bedürfnissen. Da für
viele Arbeiten Verlässlichkeit und Genauigkeit wichtiger sind als
Fachkenntnis, benötige ich auch Mitarbeiter ohne Fachausbildung. Gern
bin ich bereit, der interessierten Gubener Bevölkerung mein Vorhaben in
einem ausführlichen, bebilderten Vortrag zu erläutern. Mit freundlichen Grüßen gez. Gunther von Hagens (Dr.
med. der Universität Heidelberg, Gastprofessor der New York University,
College of Dentistry (NYUCD), Erfinder der Plastination und der
Ausstellung Körperwelten) Anlagen: Anhang 1: Zur Kritik an der Fertigung von Plastinaten in Guben Anhang
2: Fragen von Herrn Martin Klesmann an Gunther von Hagens (geplante
Veröffentlichung in der Berliner Zeitung am 7.12.2005) zurück
Absage an anatomische Sehzensur! Verwaltungsgerichtshof bestätigt Ausstellung KÖRPERWELTEN: keine Genehmigung erforderlich. Heidelberg,
29. November 2005 – Mit seinem heutigen Urteil hat der
Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg die erstinstanzliche
Entscheidung des VG Stuttgart aufgehoben. Entgegen der Auffassung der
Stadt Stuttgart ist für die Ausstellung „KÖRPERWELTEN. Die Faszination
des Echten“ keine Erlaubnis nach dem Bestattungsrecht erforderllich.
Die Stadt hat die Kosten des Verfahrens zu tragen.
Während der
Verhandlung verschaffte sich das Gericht einen eigenen Eindruck von den
Plastinaten: Gunther von Hagens war zur Verhandlung eigens aus New York
angereist, um anhand eines Ganzkörperplastinates die wissenschaftliche
Bedeutung der Plastination zu demonstrieren.
Gunther von Hagens zu der Gerichtsentscheidung: „Das
ist ein hervorragender Erfolg für die Demokratisierung der Anatomie und
für die 6500 Körperspender, ohne die meine Arbeit nicht möglich wäre.
Das Urteil setzt die in der Renaissance wurzelnde Tradition fort, nach
der die Präsentation musealer Erlebnisanatomie keiner vorsorglichen
staatlichen Reglementierung bedarf. Diese deutliche Absage an
anatomische Sehzensur ermöglicht nunmehr die uneingeschränkte
Präsentation wissenschaftlicher Plastinate in ästhetisch-didaktischer
Pose wie dem in Stuttgart zuvor verbotenem Plastinat des betenden
Skeletts. Dieser Meileinstein deutscher anatomischer Rechtsprechung
orientiert sich an der liberalen internationalen Praxis. Denn nur in
Deutschland wurden die Körperwelten bisher zensiert, nicht jedoch in
den zehn anderen Ländern Europas, Asiens und Amerikas, in denen sie auf
Tour war. Das Urteil legt damit die Grundlage für eine Rückkehr der
Ausstellung KÖRPERWELTEN nach Deutschland. Ich freue mich nunmehr, die
Ausstellung den Bürgern Stuttgarts unzensiert zeigen zu dürfen. Da das
Institut für Plastination zwischenzeitlich in den USA längerfristige
Verpflichtungen eingegangen ist, bitte ich um Verständnis dafür, dass
der genaue Zeitpunkt einer Rückkehr gegenwärtig noch nicht absehbar
ist.“ Das Urteil des VGH Mannheim als pdf-File. zurück
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